Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 2 (11.1.1861)
- Date
- 1861-01-11
- Page
- Seite 15 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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15 zeichniß der Oppenhcimerischen Sammlung m Orford heranSzngcben beabsichtigte, zuerst zum Katalogisiert gestempelt, haben Sie seitdem mehrere Verzeichnisse hebräischer Bücher fabrizirt, über deren Zrrthümer Sie öffentlich zur Nachweisung auffordern. Wir haben den Katalog von Orford, der noch nicht vollendet sein soll, nicht gesehen, wol aber von der dortigen hebräischen Sammtung selbst Einsicht genommen, und uns von der Unmöglichkeit eines gmcn Katalogs, wegen der vielen defekten Eremplare, überzeugt. Bald fehlt der Anfang, bald das Ende der Bücher, und oft beide zugleich. Die früheren Kataloge haben, um dem Nebel abzuhelsen, den Liste Zeschenim mit allen seinen Jrrthümern abgeschrieben. Aber nicht nur die Beschreibung der Defekten, sondern auch die der vollständigen Bücher kann nicht genau sein, weil Hr. Ascher seinen Katalog fern vom Sitz der Bibliothek, in Berlin, abfassen ließ, und sich durch Zettelchen zu helfen suchte, die ec in alle Welt mit bibliografischen Anfragen aussandte, ein Verfahren, über welches sich Dukes, im Orient 1850, S. 265—6, mit Recht lustig macht. Gin zweiter Katalog, den Sie eben jetzt mit dem anmassenden Titel: ״Bibliografisches Handbuch über die theoretische und praktische Literatur für hebräische Sprachkunde" geschmückt, herausgegeben, liegt uns zum Einblicke vor. Die schmählichen, verleumderischen Angriffe auf alle Gelehrte, dir sich nicht zu Zhrer Cotterie bekennen, decken wenig die Blöffe dieses Machwerkes; es ist voll der gröbsten Fehler, der gewagtesten Kombinationen, der unglaublichsten Erfindungen. Ihre Wuth, in pöbelhafter Weise zu schimpfen, die sich bei Ihnen bis zur Manie ausgebildet hat, soll uns nicht abhalten, einige Proben zur Bestätigung des Gesagten anzusühren. Zuerst von den gewagtesten Kombinationen. Wir suchen sie nicht etwa unter den alten, ausländischen und seltenen Büchern, wo ein Jrrthum wol verzeihlich wäre, sondern in Büchern, die beispielweise in Berlin und Rödelheim in den Jahren 1806 und 1810 gedruckt und allgemein bekannt find. Seite 2, Art. Bock, schreiben Sie: Abrögö dela gramm. häbr. 8. Berlin 1810. (Kombination, siehe Hebe. Bibliogr. 1658, S. 16.). Dort heißt cS so: das in Fürst'S Bibl. Jud. I., 122 unter Blogg vorkommende: Abrögö d61a gramm. hebr. ÖL Berlin 1810, gehört offenbar zu dem Art. Bock das. 123. Einen Bock geschossen! auf dem Titelblatte des Abrögö wird nicht nur Blogg als Verfasser genannt, sondem in der Liste der von Blogg herausgegebenen Werke, am Ende seines של2ה Hanover 1831 (nicht 1832, wie zweimal angegeben), wird dieses Abrögö angeführt. Seite 60. Artikel Heiden heim heißt cS: Bei Carmoly, Revue Orientale HI, 303, Nro. 14, lieft man: ,.Mebo ha-La schon, reeueil d6 quelques trrütös dela gramm. höbt. Rödelheim 1806 in 12. Offenbar für das Marbe La schon des Chabib re.; dafür setzt Fürst, Bibl. Jud. I, 369: Mebo Ha-Laschon. Abhandlungen über Verschiedene Gegenstände d. h. Gr. Und doch will er de» Heideuheim'schen Katal. benutzt haben, wo natürlich kein solches Werk zu finden ist. Ein schöner Beweis! Gerade als wollte man in'S Wasser beißen. Auch das Marbe Laschon des Chabib, cdit. Rödelheim ist nicht in diesem nlaiigelhaften Katalog zu finden, und doch erwähnen Sic cs als eristircnd, warum soll das Mebo Ha-Laschon weniger vorhanden sein? Es ist iu der That vorhanden, wir haben es vor uns. Auf dem Titelblatte steht: ׳!-.״IM ״מבוא הלש1ן לסת1ח שערי הלשון לדופק׳ Rödelheim 1806. Verlegt und gedruckt von Heideuhetm und Basch- Witz." Nach einer kurzen Vorrede Heidenheim'S über vie vier verschiedenen Abtheiluugen der Sprachkunde, beginnt es mit der bekannten Ecu- Zeitung in die Grammatik von Benjamin b. Zeh,»da ans Rom. Heidenheim theilt die Einleitung in zwei Kapitel ein. Dieser Einleitung folgt das Merkchen Marpe Laschon, und diesem drei kleine Abhandlungen über hebr. Sprache, von Heidenheim. Gleichzeitig mit dem Mebo Ha-Laschon, verlegte derselbe Darke Noam de» Chabib nebst Marpe Laschon zum zweitenmale, wie Dr. Fürst richtig angibt, nicht aber, wie Sie verkehrter Weise berichten. Vergl. Catal. Michael, S. 121, Nr. 846. Die Verwechslung von Antornamen, wie Bock statt Blogg, steht nicht vereinzelt da. im Gcgentheil, fie ist eine der argen Sünden, die Sie fick nur allzu oft zu Schulden kommen lassen. Seite 48 z. B. vertauschen Sie Adolf Frank mit Mardochai Frank, obgleich auf dem Titelblatt der: Nouvelle Methode pour apprendre la langue höbral'que, ausdrücklich: ״par M. Frank“ steht. Vgl. Catal. Rubens, Okt. Nr. 502. Besagter M. Frank ist übrigens auch durch die in Verbindung mit Z. B. Glaire veranstaltete Herausgabe des Werkes: ״LePentateuque, en hebren, avec une traduction frangaise, de uotes philologiques etc. Paris, Dondey-Duprö, 1835, 8°, bekannt. Seite 154, wo Sie den Namen S. Cahen mit M. Cahnn verwechseln, geben Sie den Ersten als Verfasser der Ex er cises ölementaires 8ar la langue hökrai'que. Metz 1842 an. vergessend, daß Sie selbst, Seite 30. Nr. 341. nach der Revue Orientale, den Cahnn richtig als Autor dieses Buches bezeichnet haben. Andere Namen sind entstellt. So schreiben Sie z. B. ״Marchand d'Ennery's, statt: ״Marchand Ennery"; vergl. Catal. Dela Librae« rie Orient, de V.-Doudey-Duprö Nro. 987; Catal. de Mareel, Nro. 731. Auch gehört dieser Autor nicht in den Buchstaben M, sondern E, denn Marchand ist Vorname, Ennery der Familiennamen. Ein Bruder von M. Ennery, I. Ennery, früher Lehrer in Straßburg, nachher Repräsentant des Volkes, ist Vers, des ״Sentier d'Zsrael re." ES ist daher wenig großmüthig von Ihnen, Hr. BiblikuS, Dr. Carmoly einer Inkorrektheit in dem Namen M. Ennery anzuklagen, die Sie sich selbst zu Schulden kommen lassen. Freilich nennen Sic ihm gegenübe, Zunz als Gewährsmann. allein als fleißiger Leser und Erzerptor von Carmoly's Schriften, aus denen Sie den bessern Theil Zhrer Brochure geschöpft haben, hätten Sie wissen sollen, daß Dr. Zunz nicht unfehlbar ist. ״L'Advokat" statt ״Ladvokat". ist eben so falsch. Sowpl in sei- »er Gram. Höbräique, als in seinem Diction. Historique nennt er sich Ladvokat. Vergl. Catal. Marcel. Nr. 720. Dieser Artikel muß daher in den Buchstaben L verwiesen werden. Wir wollen dem Leser noch einen Stengel dieses Unkrautes in die Hand geben, er würde sich doch nicht darnach bücken. Aus der Revue Orientale, Th. 3, S. 286. Nr. 58, haben Sie ersehen, daß der Grammatiker von Melz ״Bidding" hieß. Er erhielt diesen Namen von seinem Geburtsorte ״Biding". einem Dorfe im Moseller Departement. Vergl. Essai sur la Typographie Messine, p. 226; Sarchi, Gram. höbr. Vorrede, S. 15; Biographie dela Moseile, Th. I, S. 87.) Dem ungeachtet entstellen Sie den Namen ״Biding" in ״Büdinger"! Aber arger noch als Namenentstellungcn find Namenerfindungen. So erfinden Sie, S. 90 und 103 den Namen ״Noveira", der nie eristirt hat. Luzzatto. dem Sie sonst gewöhnlich nachschreiben, nennt dev Verfasser von Kero Mikra, wie er sich selbst nennt: ״Navarra". Auch hieß der Arzt und Rabbiner von Verona, allgemein mit seinem Vornamen: ״Mandolin", wie man aus der Ueberschrift eines seiner Gedichte, das wir vor uns haben, ersieht. Sie lautet wie folgt: ״Poema enimmatlco prodotto per 10 Nozze del Signor Vita Israel Sema coa la Signora Dolce Greg0. Dedicate al Signor Sa-