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Ben Chananja · 1861-01-11 · 2 (11.1.1861) · p. Seite 16

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Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
2 (11.1.1861)
Date
1861-01-11
Page
Seite 16 (sequence 8)
Language
German
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16 tthicI Sema fratello dello Sposo Complicato dal Dottor Mand 0lin Navarra, medico 63160, Rabino magioro n6N' Universifa degli Ebrei di Verona 1766. Nella Stamparia Brogadina in Venezia.“ Erfinder von Namen! wenn Sie mir gütigst erlauben wollen, so buhlen Sie seit lange um diesen ehrwürdigen Titel. Schon in Ihrem Artikel: Indische Typografie, S. 81, erfinden Sie, dasi der grafliche Hofbnchdrucker in Offenbach, ״de Launoy" (Vergl. Heber, Geschichte der Stadt Offen bach,S. 126) ״Dcla Note" hieß, obgleich der Name ״Lannoy" weltberühmt ist, man brauche nur an Jean Le Launoy, an Philippe de Lannoy re. zu erinnern. Daselbst S. 81 ist der Name ״Bamberger", den Sie dem Jtzig ben Leb beilegen, eine reine Erfindung; Der Fürthcr Drucker hieß ״Buchbinder". (Vergl. den Sulzbachcr vom Jahre 5517 und 18). Ans der Luft gegriffen, ist ebenfalls der Name ״Königsberg" in Ihrer hebr. Bibliogr. Nr. 1, S. 6, wo Sie vergessen, daß Sie, in Ihrem Artikel: ״Jüdische Literatur, S. 465, nach Earmoly richtig den Namen ״Eroneberg" haben. Auch S. 61, ״Joh. Bapt. Helmont," statt ״F. M. van Helmont" (vergl. Biblioth. Willmet, S. 108, Nr. 70) ist eine Erfindung. Die kabbalistische Deutung, die Sic als bibliografischer Kabbalist, den Anfangsbuchstaben M. F. unterlegen, ist eine mystische Sache, die nur in den höher» Zirkeln der Geheimlehrc besprochen werden darf. Nur muß man bedauern, daß Sie, S. 103, den Anfangsbuchstaben P. unerklärt ließen, und nicht nach Ihrer höflichen Art auf Platt, Pcdant, Pasquillant u. s. w. deuten. Denn, daß es ״Pasfioneo" sei, wie man aus Catal. van der Palm, S. 77, Nro. 130 und Catal. de Laboudcrie,S. 203, Nr. 2221, erficht, konnte Ihre kabbalistische Jnitial-Deutcrei nicht gut erfassen. ES ist uns sauer geworden, mein artiger BiblikuS, wir haben auch einige kritische Pinselstriche zu Stande gebracht. Ihre Schriften ergötzen uns blos, weil sie uns Langweile machen, und nm uns zerstreuen, entschlossen wir uns, Ihre wundersamen Kombinationen, Verwechslungen, Entstellungen und Erfindungen hervorzuheben. Sie sind zahlreich, und pflanzen sich durch alle Ihre liter. Produkte fort. So haben Sie, in Ihrem Artikel: ״Jüd. Lit. §. 26. und Jew. Lit. S. 233" die wundersame Entdeckung gemacht, daß der Hoflaah Scheb carach in den Elia Wilna zum Verfasser habe. Dieser Fatalität in literarischen Dingen ließe sich an die Seite fetzen, was Diestcrweg in einciu seiner Volkskalender von Göthe sagt, daß sein Freund Schiller ihn so schön charakteristrt habe mit den Versen: Weit hinter ihm im wesentlichen Scheine, Lag, was uns Alle bändigt, das Gemeine. (Fortsetzung folgt.) v - Wien, 6. Jänner. Der Obcrkantor S. Sulzer veröffentlichte soeben das erste, die Sabbatgesänge enthaltende Heft eines ״kleinen, liturgischen Gesangbuches, zum Gebrauche für Schulen, kleinere Gemeinden und die häusliche Andacht" (Preis 50 kr.) Die Musikalische Seite Männern von Fach überlassend, oder den Namen Sulzer als genügende Garantie für die Vortrefflichkeit betrachtend, will ich bloö einige Bemerkungen, die Schulen und kleinere Gemeinden betreffend, au dieses kleine Gesangbuch knüpfen. Szegedin, Verlag von .Sigmund 0arger. ES ist traurig, daß heute noch über die einfachsten Dinge in Israel gestritten, und die Hilfe weltlicher Behörden in Anspruch genommen wird, und zu diesen einfachsten Dingen gehört auch das Recht der Gemeinden, an die Stelle der alten willkürlichen, wie die Wiener Börse zwischen Hause und Baisse schwankenden Gesänge, den noch ältern jüdischen Ehoral zu setzen. Verhehlen wir uns aber nicht, daß der Widerstand Vieler gegen den Choralgesang besonders darin seinen Grund hat, daß sie nicht an demselben thätigen Anthcil nehmen können. Das ״alle meine Gebeine preisen den unvergleichlichen Gott" liegt im jüdischeu Blute, und ich glaube, daß das Schaukeln in den Synagogen uralt ist. Der Jude ist ja im gewöhnlichen Leben nicht gerne und nicht lange Zuschaner oder Zuhörer; wie sollte er im Gotteshause ruhig singen hören, ohne selbst einznstimmen? Das heißt zu viel verlangen! Es ist daher sehr wichtig, daß die Heranwachsende Jugend in den liturgischen Gesängen Unterricht erhalte, und es muß dahin kommen, daß jedem Inden in unserer Zeit die synagogalen Melodien eben so geläufig werden, wie dies ja früher der Fall war. Auch ist der Gesang ein sehr probates Mittel, gewisse Gebetstücke nicht blos dem Gedächtnisse einzuprägen, sondern ihnen auch Eingang zum Herzen zu verschaffen. Ich will nicht darauf Hinweisen, daß bekanntlich schon der Thalmud eine Art Gesanges für den Vortrag der Mischna kennt; 'ich erinnere bloö daran, daß der Thalmndunterricht großen Reiz für die Kinder sonst hatte, weil er gewissermaßen gesungen wurde, und es ist eine Thatsache, die Jeder ans feineil Jngenderinnerungen bestätigen wird, daß der Vortrag der Sidra mit dem sogenannten ״Trop" den Kindern mehr Freude machte, als alle die superseinen Methoden unserer Zeit. Die Herren Rabbiner, Vorsteher und Lehrer sollten daher mit aller Energie darauf dringen, daß der liturgische Gesangunterricht einen obligaten Gegenstand in der jüdischen Volksschule ausmache, und zu diesem Zwecke das kleine liturgische Gesangbuch von Meister Snlzer cinführcn. Eine andere Quelle des Streites über den moderneu jüdischen Gottesdienst liegt in dem Verhältnisse der kleinen zu den großen Gemeinden. Man kann von den erster» nicht verlangen, daß sie ein Quartetr und eine große Anzahl von Sopran- und Alt-Stimmen besolden. Da aber die Erekution der Wiener Tempclgesänge ein großes Chorpersonal erfordern, so könnte der Chor einer kleinern Gemeinde nicht Platz greifen, und die Verschiedenheit des Rüus in demselben wäre eine permanente. Diesem Nebelstande, der viel dazu beiträgt, daß die Kluft zwischen alten und neuen Gesangösormen in den Synagogen noch immer nicht anSgesüllt ist, wird durch das Snlzer'sche Gesangbuch, das die Melodie des Schir-Zivn beibehält, und blos ihre Aussührnng vereinsacht, abgeholscn. Mit den geringsten Mitteln kann die kleinste Gemeindc in derselben Weise singen und beten wie die größte, sobald die ersterc von dem kleinen Gesangbuche Gebrauch macht. Möge dasselbe dazu beitragen, daß die skandalösen Streitigkeiten in den jüdischen Gemeinden unseres Vaterlandes aufhüren, besonders in einer Zeit, wo das Judenthnm andere Probleme zu lösen hat, als die hochwichtige Frage, ob man ״bol eballo" mehrere Male recitiren dürfe. Wer die Verhältnisse des Sabbat in großen Städten kennt,.wird begreifen, warum man die ״Sabbat-Braut" in unsern Tagen öfter als früher begrüßen muß. Man ruft sie und ruft sie: ״bol challo“, — und ach, sic findet anstatt der offenen Sabbatwohnnngen offene Geschäftslokale. Wer diese Braut unter die Haube bringt, und sie zur Hausfrau in ganz Israel macht, der soll von mir das großartigste ״Schadchonus" erhalten. Leipzig, Loiiinitsjioiis-Vkrlng von Frau! Hagnrr. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.

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