Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 2 (11.1.1861)
- Date
- 1861-01-11
- Page
- Seite 14 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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14 AuSschußmitglred bestrmmt, nachdem selblger von der Stadt Ujhely als 1 (die Wochenmärkte find hier ebenfalls am Samstag.) Die Gemeinde Vertrauensmann deputirt war. I zählt sammt ihren Mitgliedern im Bezirke bei für.,'zig Familien, und Als Beamten für das Zempliner Komitat wurden von Israeliten! hat seit zwei Jahren ihren eigenen Rabbiner. gewählt: Hr. Vr. W. Schön zum Honorärphysikus; die Herren: Dr. Weiß, Dr. Thoman, Dr. Oblat als Bezirksärzte; und die Herren: vr. Moretzky und Dick zu Honorär-Bezirksärztcn. Zum Schluffe dieses Berichtes noch einige Bemerkungen, die den b/sten Beweis von gutem Einverständniß zwischen Juden und Christen des Zempliner KomitateS geben. In dem Dorfe Pelete wurde der OrtSrichtcr Oser zum ständigen Ausschüsse von seinem Bezirke gewählt. In Ujhely. im KomitatSgcbäude augelangt, suchte unser jüdischer Landmann murr den Auöschnßmännern vergebens den katholischen Pfarrer seines Dorfes. Oser eilt vor der Eröffnung der Sitzung zum Obergcspaun, mit der Bitte, ihn von der Liste streichen zu wollen, und statt seiner den allgemein beliebten Pfarrer seines Dorfes, der doch nur aus Vergessenheit nicht gewählt sein könne, zur Bersammlung zu laden. Der Graf läßt den Pelcter Pfarrer als Ausschußmann notiren» klopft unseren Oser auf die Schulter, und gibt seinen Austritt nicht zu. Bei der Beamtenwahl für das Zempliner Komitat erschallte ein Name jüdischen Klanges, er erhält die Sympathien Aller, doch, nachdem man zur Abstimmung schreiten will, stellt sich die Täuschung heraus, indem der Vorgeschlagene wol einen jüdischen Namen hat, aber keineswegS Jude ist, und der Kandidat fällt. Seitens der Statthalterci in Ofen wurden der Kultusgemeinde audem Kästenbaum'schen Fonde 8000 fl. zum Bau eines Schulgebäudes angewiesen. Auch wurde Hr. Julius Weinberger, zum weltliche» Schulaufseher ernannt, der jedoch, wie wir hören, die Annahme dieses Postens an Bedingungen knüpft. I. Rosenmeyer. Aus dem Gömörer Korrritate, im Jänner 1861. Dieses Komitat ist eines von denen, deren Pforten bis zu den Ereignissen des vorigen Zahrzehnt'ö in Ungarn vor den Juden fest verriegelt waren. Wol wurde auch vorhin die Industrie meist nur von jüdischen Händen gepflegt; ja, sogar manches adelige Landgut wurde von Juden gepachtet und bearbeitet; aber dies konnte nur mit schwerer Mühe geschehen, da die Anfiedeluug durchaus nicht gestattet war. Seit dem letzten Dezennium, da nämlich den Juden die Wohnungsfreiheit ertheilt wurde, haben sich trotz der vielen Schwierigkeiten, die der Jude dis zur Erlangung des Jnkolats zu überwinden hatte, doch über -150 jüdische Familien hier ansäßig gemacht. Die Juden sind auf dem Lande Wirthe, Fleischer, Krämer und Handwerker. mitunter aber auch tüchtige Oekonomen, die bedeutende Landgüter in Pacht haben, und zu ihrem Nutzen und zum Wohle der ganzen Bevölkerung manipuliren. Im Jahre 1851 wurden hier behördlich drei Kultusgemeinden anerkannt, nämlich: zu Rima-Szombath, Rosenau und Purnok, da aber Zwistigkeiten herrschten, konnte sich keine aus dem Staube erheben. Doch über solche Vorgänge läßt man gerne einen Schleier fallen, und hier sei daher nur von der Gegenwart die Rede. Rima-Szombath ist ein anmuthiges Städtchen mit 8000 Einwohnern, wo bis jetzt der Sitz der KomitatSbehörde sich befindet; erfreut sich einer nicht unbedeutenden Frequenz, und wenn bisher die Ansiedelung der Juden hier verhältnißmäßig langsam von Statten ging, so mag wol die Hauptursache nur die sein, daß die Wocheumärkte am Sabbat abgehalten werden, und diejenigen Israeliten, welche den Sabbat nach streng väterlicher Sitte halten, hier keine Handlungen haben, und folglich sich auch nicht ansiedeln wollen. Es wohnen bier gegenwärtig bei zwanzig jüdische Familien. Rosenau ist eine größere und in jeder Beziehung bedeutendere Stadt als Rima-Szombath. Juden wohnen hier sünszehn Familien, Putnok ist ein kleiner an das Borsoder Komitat grenzender! Marktflecken, hat eine hauptsächlich dem Frucht- und Weinhandel gün-! stige Lage, und zählt 35 jüd. Familien. Zu dieser KultuSgemeindc ge- > hört der Bezirk Tornallya mit 120 israel. Einwohnern. Ihre Mitglieder find im Allgemeinen streng orthodor. Sie besolden seit beinahe zehn Jahren ihren eigenen Rabbiner, trotzdem, daß sie die Last der Gemeinde zu R.-Szombath mit den dortigen Einwohnern in gleichem Maße tragen mußten, und ihre völlige Unabhängigkeit auch jetzt noch nicht ganz erreichten, indem sie noch immer der genannten Gemeinde einen Beitrag liefern müssen. Unter solchen Umständen, bei mannigfachen ungünstigen Geschicken konnte freilich noch nichts Erhebliches zu Stande gebracht werden, doch besitzt diese Gemeinde bereits ihre eigene Synagoge, Rabbinerwohnung, wie auch ein gutes, dem Zwecke sehr entsprechendes BadchauS, und wie Schreiber d. Z. versichern kann, steht ein neuer Synagogenbau in nicht gar ferner Aussicht. Erfreulich ist es, wie zahlreich in dieser Gegend unter unfern Glaubensgenossen das Handwerk vertreten ist. So lebt von den jüdischen Einwohnern in Putnok, mehr als der dritte Theil vom Handwerk. Tischler, Bäcker, Klempner, Gürtler u. s. w. ernähren sich stckl und ehrenhaft, und nehmen verhältnißmäßig an den Gemeindelasten eben so gut Theil, als der wohlhabende Kaufmann. —1t. SzenteS, im Dezember. Auf Anregung der beiden um die hiesige Schule vielverdienten Herren Jonas Freund und Anton Schönthal wurde seit bereits einem Monate in der ersten Klaffe, weil es hier eher als in den übrigen Klaffen thunlich ist, die ungarische Sprache als Unterrichtssprache durchgehends cingeführt, und dem Lehrer Wilhelm Singer, bisher Lehrer der zweiten Klaffe, des Schreib-, Zeichen- und Gesangunterrichtes, das UnterrichtSwesen in dieser Klaffe übertragen Gleichzeitig wurde auch die Zahl der Lehrstunden im Ungar. Sprachfache in der zweiten, dritten und vierten Klaffe um ein Bedeutendes vermehrt. Hiedurch wird nicht nur dem Zeitgeiste Rechnung getragen, sondern auch dem Wunsche der ganzen Gemeinde gebührende Folge geleistet. Möge Gott dieser bescheidenen Anstalt auch ferner seinen Schutz nicht entziehen! W. S—r. Literarische Anzeigen. Dr. M. Steinschneider und die hebr. Bibliografie. Von einem Freunde der Wahrheit*). Je ne 8cay quoy Premier en lui je doibre admirer, ou son oultrecuydance, ou sa besterie. Rabelais. 1. Falsche Kombination. — Verwechslung der Autornamen. — Andere Namen sind entstellt. — Wieder Andere erfunden. Mein lieber M.! Sie find ein lebendiger Bücher-Katalog; beinahe dürste es verwegen scheinen, Ihnen Belehrungen über Bücher zu ertheilen. wenn eS nicht allgemein bekannt wäre, daß selbst der beste Katalog nicht ohne Fehler ist. Vom Buchhändler Ascher in Berlin, der ein neues Ver- *) Diese Besprechung, im Sommer 1859 geschrieben, ist mir von so achtbarer Hand zugekommen, daß ich nicht im Entferntesten Anstand nehmen konnte, sie bier aufzunehmen. Red.