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Ben Chananja · 1861-01-11 · 2 (11.1.1861) · p. Seite 13

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Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
2 (11.1.1861)
Date
1861-01-11
Page
Seite 13 (sequence 5)
Language
German
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13 Die Ansicht, daß die Begünstigung der Reformbestrebungen von Seite der Regierung mit den Karlsbader Beschlüssen im Zusammenhange stehe, ist sehr geistreich, entspricht jedoch nicht der Wirklichkeit. Zunächst mag als Beweis gelten, daß zur selben Zeit, als in Wien synagogalc Reformen begünstigt wurden, man sie in Preußen verdämmt hak. Die Karlsbader Beschlüsse waren da wie dort maßgebend gewesen. Reformen bei den Inden wurden seit Josef II. den Juden empfehle», und von dieser die bürgerliche Stellung abhängig gemacht. Kaiser Franz II. hebt diesen Passnö aus dem Tvlcranzediktc in dem ״Judcusistcmc" hervor. Die Behörden jedoch gingen nicht ganz daraus ein, und wußten auch zum Theil nicht, in welcher Weise sic die Sache beginnen sollen. Manchmal sogar war entschiedene Böswilligkeit vor- Händen. Der Kanzler, Graf v. Sanran, ergriff mit vieler Wärme den Gegenstand, und so lange er am Ruder war, begünstigte er Reformen, und unterstützte sie. Es liegen mir die amtlichen Verhandlungen der Behörden, welche nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt waren, über diesen Gegenstand vor. Von den Karlsbader Beschlüssen ist nirgends die Rede. Unter den Männern, welche der Reform den Weg bahnten, wäre auch Herz Homberg zu nennen, welcher in Wien lebt*). Es ist mir jedoch nicht bekannt, daß dieser oder Bcnsew ,c. irgendwie bei der damaligen Neugestaltung thätig waren, wobei ich freilich den indirekten Einfluß dieser Männer und der Mitarbeiter der בכורי העתים nicht verkenne. Ich glaubte mit Recht S. 15 dem Worte ״Landessprache" ein Fragezeichen beizufügcn, weil die damalige österreichische Regierung nicht in! Entferntesten daran dachte, daß die Juden in Böhmen böhmisch ,c. beten sollten. In dem Hofkanzlerdckrete, welches als ״Normale" ,c. die Gouverneure in den Provinzen erging, heißt es auch ausdrücklich:,. ״Die Gebete, ReligionSübnngen und Besprechungen in der Synagoge find in deutscher Sprache abzuhalten." In der Anordnung, daß für den Landesfürften ein Gebet an Sabbaten »c. verrichtet werden, heißt es auch" in der deutschen Sprache." Das Gutachten von dem sel. mähr.-schlesischen LandeSrabb. Markus Benedikt in der liturgischen Frage war mir nicht fremd. Es waren mir auch Ihre Mittheikungen darüber uichr unbekannt; auch Jost in seiner Geschichte erwähnt dieses Gutachten. Es ist jedoch zu bemerken, daß dieses Gutachten im Jahre 1820 abgefaßt wurde. Die Ver- Handlungen, von denen ich spreche, fanden in Wien 1821 statt. Sie mögen daraus entnehmen, daß genanntes Gutachten nicht von sehr großer Tragweite war. Schließlich: Ich sage Hr. Breuer ist ״ein Mann von sehr strengen Grundsätzen", er ״ist niit aller Liebe seinem Fache zugethan" w., und doch wäre ich ungerecht gegen ihn gewesen? Wolf. Pest, im Jänner. Die ״Allg. Ztg. d. I." läßt fich Nro. 52. 1860 von einem Namenlosen unter Andern Ungeheuerlichkeiten aus unserem Vaterlande schreiben, daß eü hier noch so wenig Lehrer gebe, und daß selbst diese Wenigen nur einen sehr niedrigen Bildungsgrad besitzen. — Kein einziger Ungar zweifelt daran, daß eine solche niederträchtige Schmähung eines ganzen Standes der ungarischen Judenheit, nur von einem Nichtungar ausgegangen sein könne. Möge nun der anonyme Verleumder ein Böhme, ein Mähre oder ein AuSländer sein, der in unserem Vatcrlande Brod gefunden, — so lerne er aus folgenden Daten, um wie viel'leichter es ist, zu schmähen, als gerecht und dankbar zu sein. *) Sein berüchtigtes Lehrbuch Bne Zion schrieb er in Wien nur erhielt dafür 1000 fl. In erster Reihe werde ich dem anonymen Schreiber einige Män-> ncr nennen, die i» Ungarn geboren, und in Ungarn dem Lehrerstande angehörten, heute aber in Folge ihrer anerkannten ausgezeichneten Verdienste zu anderen Wirkungskreisen befördert worden sind. Ich nenne natürlich nur die mir Bekannten. Darunter siud: Hr. Nabb. Hochmuth in Veßprim, BezirkSrabb. Schwarz in Pacsa, Rabb. »Roth in Siklos, Rabb. Spitzer in Effegg, Rabb. Ehrlich in Dcbrcczin, Rabb. Smger in Palota, Rabb. Vr» Zipscr in Rechnitz, M. E. Stern in Wien, cmerit. Prediger 1)5. Bach in Pest, vr. Rokonstein, gewesener Rabb. zu Agram, David Hoffman», Rabb. zu Rajez, Obcrkantor Friedmann in Pest, L. Horowitz und Jgn. Friedmann, Literaten in Pest; L. Dukeö, Literarhistoriker in London. Noch gegenwärtig dem Lchrstande angehörig sind: Die Brüder Szüntü in Wien; M. Zil; und S. Kohu in Pest, Jgn. Großmann, Prof, der Mathematik an der Handelsakademie, zugleich dir. Lehrer der israel. Mädchenhauptschule, Ehrcnfcld in Baja, Hirschfeld, einer der gefeiertesten lüd. Lehrer unserer Hauptstadt, Ignaz Reich, L. M. Bauer A. Henig; Steinhardt in Makü. Moses Klein in Groß-Kanischa; A. W. Braun und I. L. Fischer in Pest; S. Neumann und Braun in Altosen; Wärcndorf in Waitzen; Wärendorf, Wichs, Oser und Strauß in Stnhlweißcnburg; Seligmann in Fünfkirchcn; Hofmann in Miskolz, Knöpfler in Erlau; vr. Josefsi in Könnend; Bettelheim in Komoru; Gcldmann in Abony, Josef Kurz in Szegßürd, und noch viele Andere, deren Namen mir wol nicht, deren Verdienste mir aber bekannt find. Nun fordere ich all die nichtungarischen Herrn Lehrer, die in Ungarn seit einigen Jahren dem jüd. Lehrerstande angehören ans, die Hand auf's Herz zu legen, und ehrlich eiuzugcstehen. ob sie es wagen, den übergenügenden Bildungsgrad der genannten Herren in Abrede zu stellen! Ja, noch mehr: ob sie es wagen, sich vielen der genannten Herren an die Seite zu stellen! — Hierbei ist nicht zu. vergessen, daß ich nur diejenigen genannt, die ich theils persönlich, und theils aus ihren Werken kenne! — Dem Hrn. Redakteur dieser Blätter werden gewiß eine weit größere Zahl als die obenangeführte bekannt sein*). H.. R o se n b e r g, Hauptschullehrer. S.-A.-Ujhely, im Dezember. Bei der dahier im Laufe dieses Monats abgehaltcnen Komitats-Kongregation herrschte zwischen den verschiedenen Konfessionen des Zempliner KomitateS das beste Einvernehmen. Bei dem Einzuge unseres Hrn. Obergespanus, Grafe» Andrrisy, fehlte es im Banderium nicht an jungen Männern israel. Konfession, und waren unter den Konstablern der Stadt, die zur Aufrechthaltung der Ordnung während der Kongregation dienten, mehrere angesehene Jiraeliten. Auch machte das Absingen des Szüzat von der isr. Schuljugend» die sich vor dem Schulgebäude aufgestellt hatte, auf den nicht endenwollenden Zug den besten Eindruck. Unter den Vertrauensmännern der Städte und Dörfer des Komitates finden sich viele Israeliten, auch sitzen im ständigen Ausschüsse 16 Israeliten, und zwar größtentheils Doktoren der Medizin, Landwirthe und Geschäftsleute. Wir nennen beispielsweise die Herren: vr. Wilhelm Schön, W. Schwarz, vr. Ungar, vr. Thoman, Clar, Heiman, Rosenwald, König, Brand 1c. Hr. W. Schwarz aus S.-A.-Ujhely wurde auf Verlangen der magyarischen Intelligenz Zemplins vom Obergespann nachträglich als *) Das ist wahr. Uebrigeus kenne ich den Artikel nicht, welcher unfern Korrespondenten zu seiner Replik veranlaßt hat. Ich bitte die Herren Lehrer nachdrücklich, sich im Interesse der heiligen Sache, welcher sie ihr Leben und ihre Kraft widmen, aller Jukriminationen und Rekriminationen zu enthalten. L.

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