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Ben Chananja · 1861-01-11 · 2 (11.1.1861) · p. Seite 12

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Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
2 (11.1.1861)
Date
1861-01-11
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
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12 rere Städte in Frankreich und Italien führen diesen Namen. בל׳ הבנ׳ erinnert an den italienischen Familiennamen 66113״. Chiesa“. Chiesa ist der Name mehrerer Städte in Italien, und der Name 6611a Chiesa ist auch oft zu finden. Die Mode, Städtenamen in's Hebräische zu übersetzen, hat in die jüdische Literaturgeschichte Verirrungen gebracht, woran übrigens auch sonst kein Mangel war und ist. Korrespondenz. Ausland. London, Anfangs Jänner. ״Es müssen eine Mengt Sachen gedruckt werden — sagt Lessing — damit man sehe, daß cs kein Verlust gewesen wäre, wenn sie auch nicht gedruckt worden wären." Wir wollten Anfangs diesen geistreiche» Satz an die Spitze dieser Zeilen als Motto stellen. Es hätte dieses Motto zugleich Probe von unserer Belesenheit und Bescheidenheit sein wollen. Nach reifer Uebcrlegung haben wir es füll gut gefunden, den Satz in den Text einzurahmen, um so mehr da wir über ״Nichts״ schreiben wollen. Zwar hat Rochester eine berühmte Ode über Nichts, ein geistreicher Franzose des vorigen Jahrhunderts aber ein sehr geistreiches Merkchen über Nichts (3ur rion) geschrieben; aber wer darf geistreichen Leuten nachahmen? Der Leser hat das Recht, nach der Auflösung dieses Räthsels zu fragen. Wir wollen es ihm nicht länger vorenthalten. Wir beabsichtigen über die englisch-jüdische Journalistik zu schreiben. Wie es überall boshafte Leute gibt, die ein Vergnügen daran finden, zu übertreiben, so haben wir auch Einige sagen hören, dieselbe sei weniger als Nichts. Wer kann aber mit boshaften Leuten streiten? Wir haben mit Aristoteles den Mittelweg für den besten gehalten. Wenn der Leser das pompöse Wort ״Journalistik" hört, so könnte er glauben» wir haben etwa ein Dutzend Blätter zu besprechen. Cs eristirt aber nur eins, nämlich das Jewish Chconicle. Ein alter Professor — wir glauben in Helmstädt — welcher der einzige juristische Professor der juristischen Fakultät war, fing seine Gutachten dennoch so an: Wir, die Professoren und Schöppen der juristischen Fakultät u. s. w. Diesem Professor haben wir hier nachgeahmt, abgesehen davon, daß das Wort ״Journalistik" ein allgemeiner Begriff, und ״Journal" ein armes, alltägliches Hauptwort ist, deren es genug gibt. Nach diesen literärische» Capriolen (vielleicht das Ueberflüsfigste am Ueberflüsfigen) wollen wir zur Sache gehen. Die englische Presse ist bekanntlich die beste nnd billigste; die jüdische (dies eine Blatt) die schlechteste und thcuerste. Ohne langwierige Untersuchungen anznstellen, ist der Grund folgender: Die englische Presse verschwendet Geld und Talent, die jüdische kann kein Geld spenden, selbst wenn ihr Talent zu Gebote stünde. In hundert Jahren wird man einige Namen in dem ״Ehronicle" finden, von Knaben, die הפטורה gesagt haben, von einigen שוחטים, oder Predigern, die gepredigt haben, von den Vorstehern der Suppenküche für Arme, von einigen Leuten, die eine Rede bei einer Mahlzeit gehalten haben (die schlechteste Mahlzeit war doch besser als die beste Rede), von einigen alten Nachrichten, wie irgend ein Jude in Hongkong gefrühstückt hat, von einigen Auszügen aus der Reisebeschreibung von Benjamin II., der in der Höhle von Nebukadnezar gezittert hat (derselbe weiß sowenig, warum er gezittert hat, wie der Kapporah Hahn weiß, was man über ihn sagt*). Berichte der engl.-bibl. Gesellschaft. (Mit Ausnähme der zwei jüdischen Mitglieder (Ausländer) wurde die ganze Gesellschast einer grammatischen Nnalvse das Wort ואפלר nnterlcgen) 11. s. w. Nirgends zeigt sich Geist, nirgends irgend eine ernste literärische Bestrebung, nirgends ein Zusammenhang mit dem Geiste der Wissenschaft, der anderwärts waltet, nirgends ein Urtheil, welches diesen Namen verdient. Es ist nicht nothwcndig, daß Alle gelehrt sein sollen, jedoch muß Einer da sein, der ein Urtheil aussprechcn kann, welches den Kenner nnd nicht den Schuljungen verräth. Ein solcher Bcurtheiler kann bald einen Kreis um sich bilde», welcher den Werth eines wirklichen UrtheilS zu würdigen weiß, und dasselbe zu unterscheiden vermag, von leeren Fräsen, wozu man weder allgemeine literärische Kenntniß, noch Kenntniß des Einzelnen braucht. ES sind zwar die französischen Juden selbst nicht sehr gelehrt auf jüdischem Gebiete. Einige jedoch sind von der alten Zeit (wofür die Inden den Ausdruck מושלם gebrauchten), die noch Manches zu beurtheilcn fähig sind, wenn auch nicht nach dem Maßstabe der neuen Zeit. Man hat Kräfte vom Auslände hcrangezogen. Kirchheim (in Frankfurt am Main) schreibt Artikel für das ״UniverS Jsraölite", welcher sich kein Gelehrter schämen darf; sie sind — für den Zweck des Blattes berechnet — nicht gelehrt, aber deuten ans Gelehrsamkeit hin, man sieht dieselbe nicht, sie ist im Urtheil aufgegangen. Ein solcher Artikel könnte nicht im ״Jew. Chronicle" erscheinen, weil es den Platz rauben würde, von allerlei Lappeleien, die der große Haufe für interessant hält. Es ist ein immerwährendes Pochen und Großthun mit Judenthnm, während Keiner cS mehr verachtet als manche Juden. Es ist nichts Geistiges im Jndcnthuinc hier. Ein Bischen harter Aberglauben, und einige Zeremonien (zwischen welchen keiner den Unterschied weiß) und כשר Fleisch ist das Ganze, was das Judenthum konstituirt. Daß der Sekretär von Graf Cavonr ein Jude ist, ist ehrenvoll für den Sekretär, hat aber mit dem Judenthume nichts zu thun, denn das Judenthnm ist nicht Schuld daran, es hat nichts für ihn gethan. Daß derselbe sich nicht getauft hat, macht ihm allein Ehre. (Fortsetzung folgt.) vr. Jemand. Inland. <p. Wien, 1. Jänner. Wenn die Orthodoxie mit Unwissenheit gepaart ist, wie dies nur so häufig geschieht, so wird sie höchst possirlich und lächerlich. Zwei hiesige Buchdruckereien kündigen mit vielem Pomp an. daß in ihren Offizinen keine hebr. Werke am Sabbat gedruckt werden. Seit wann aber ist es christlichen Setzern nnd Druckern, die doch nicht Tagelöhner sind, sondern im Ganzen für ihre Arbeiten bezahlt werven, verboten, am Sabbat zu ihrem eigenen Besten an hebräischeu Büchern zu arbeiten? Wie viele hebräische Werke sind am Sabbat gedruckt worden? So lesen wir in einem Jalkut, der 1596 in Krakau, wo doch ein רמ״א kurz vorher gewirkt hatte, erschien, eine Entschuldigung wegen der Druckfehler, weil המלאכה נעשית על ירי ערלים וביום השבת שני דפוסים יעשו ואין איש שמה לרקרק על מלאכתם. Wien, 16. Dezember. Euer Lhrwürden! Indem ich Ihnen bestens für die Anzeige meiner ״Geschichte der hiesigen israel. KultuSgemcinde" danke, gestatten Sie mir wol im Interesse der Sache folgende Bemerkungen: *) Der gelehrte S. Pinsker in seinem merkwürdigen Buche ליקוטי קדמוניות hat irgendwo diesen scherzhaften Ausdruck. Wie es scheint eine sprüchwörtliche Redensart der polnischen Juden-

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