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Ben Chananja · 1861-01-04 · 1 (4.1.1861) · p. Seite 7

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Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
1 (4.1.1861)
Date
1861-01-04
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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suchni, 11u־lrf)c11 inan der Schule und rem Lebrer nur zu oft auf eiM'üudlichc Weise fühlen läßt. Man besuche beispielsweise die Gottes- Häuser vieler Gemeinden, nur frage »ach dem Platze, der den Lehrern;»gewiesen ist, so wird man finden, daß ein Lehrer, der in Trauer ist, nicht erst nötlng hat, die אבל — Bank anfznsnchen. Da der Tempel ras Zifferblatt ist, ans welchem die Rangordnung der verschiedenen Gemeiiidebeamken verzeichnet steht, so hat man sich in der Regel nur dahin zu behebe», um den Grad der Achtung zu ermessen, dessen sich der Lehrer erfreut. Diese Mißachtung und die aristokratischen Gesinnungen mancher Eltern übertragen sich durch die Macht des Beispieles auf die Kinder, welche dann von ihrem Verhältnisse znm Lehrer Begriffe crhaltcn. die für den Gehorsam nichts weniger als förderlich sind. — Unruhe während der Unterrichtszeit ist der charakteristische Ucbclstand, welcher sich, wie ein rothcr Faden durch unsere Schulen zieht. Wer dem Lehrer die Schuld für diesen Fehler bcimeffe» will, den verweise ich nur ans das Benehmen vieler Erwachsenen im GotteShausc. M. Klein. Literarische Anzeigen. Sofer Hegjon Ha-Nefesch, oder Sittenbuch von Abraham bar Chijja Ha-Nasi (C. 1100). Dabei eine Abhaudlung über das Buch und den Verfasser, von Salom. Joh. L. Rapoport, Oberrabbiner in Prag. Herausgegeben aus einer sehr alten Handschrift der Leipziger Rathsbibliothek, nebst einer ausführliche» Biografie des Verfassers, von E. Freimann. Leipzig, 1860. Druck von C. W. ä)uttu9״ O. L.X1II. 43. Der Herausgeber des vorliegende» Merkchens hat cs die Handschrift, welche er seiner Edition zu Grunde legte, näher zu beschreiben. Delitzsch beschreibt einen Koder der Leipziger Rathsbibliothck. dessen erste Nummer die Ethik Abraham b. Ehijja'S bildet, aber ספר הגיון החשובה betitelt ist. Die von D. angeführten Anfangs- und Schlußworte lassen indes über die Identität des das. beschriebene», und uns vorliegenden Hegjon nicht den geringsten Zweifel übrig. Die Differenz dcS Titels wird nur bei genauer Einsichtnahme von der Handschrifr erklärt werden können. Nach Znnz wird das Buch unter dem Titel: ה' הגפש UN Vatikan aufbcwahrt, und in dem handschristlichcn תורת המנחה gitirt (Delitzsch Kod. Hcbr. 303, ». Znnz Addit. 323, n.). Die biografische Skizze A. b. CH.'S vom Herausgeber (V—XI) bereichert Rapoport mit einigen Zusätzen und Berichtigungen (XXXVIII —L), ohne jedoch auf Znnz in den Additamcntis Rücksicht zu nehmen. Eine sehr weitläufige Auseinandersetzung widmet Rap. dem Nachweise, daß A. b. Eh. nicht in Frankreich, sondern in Spanien gelebt habe. Der Nachweis ist aber als mißlungen anzuscheu. A. b. Eh. sagt nämlich in s. Vorr. zum Sefcr Ha-Jbbur 6li. FilippowSki S. 4: ״Hätte ich in Frankreich ein derartiges Werk in hcbr. Sprache gefunden, . . . würde ich mich an alle diese Schwierigkeiten nicht gewagt haben." Aus diesen Worten hak jntait bisher geschlossen, daß der Vers., als er das bezügliche Werk schrieb, in Frankreich gelebt habe; ein Schluß, der durch Rap.'S Einwendungen nicht entkräftet wird. Ferner schließt der HcranSg. aus dem Streite zwischen A. b. Eh. und Jehnda Barzclloni, ob eine Hochzeit aus astrologischen Gründen verschoben werden dürfe (Jur Gesch. u. Liter. S. 483), daß Abraham, gleich seinem Gegner, in Frankreich gelebt haben müsse. Rap. wendet dagegen ein, daß die beiden Gelehrten, die nach seiner Meinung in Barzellona lebten, in Frankreich als HvchzeitSgäste znsammengekviiiiiieii seien. ״Daß Zeh. Barz. in Frankreich gelebt habe, ist >a noch nirgends bebauptet worden." Nun hat aber Znnz in den Avditamcntismus gnellcngemäß gezeigt, daß Jehnda allerdings in Frankreich gelebt hat (321. k».)! Einen weitern Beweis für den Aufenthalt unseres Abraham in Frankreich könnte man etwa in dem Umstande finden, daß er gegen die vermeintliche Gefährlichkeit des WassergennsseS während des Qnatcmbcrs (תקופה) polemisirt (S. Ha-Jbbnr cd. Filipp S. 84); denn daß dieser Genuß in Frankreich für gefährlich galt, erhellt aus dem Buche der Frommen 851. Azaria de Rosst, welcher diese Polemik gitirt, bczieht dieselbe auch an! Frankreich (2. Snppl. cd. Wien S. 312), irrt aber jedenfalls darin, daß er A. b. Eh. für einen Franzosen hält. Auch bei den deutschen Inden war der Teknfa-Aberglaube einheimisch, wie Rokcach 275. beweist. Man würde indes irren, wenn man diesen Aberglauben für ausschließlich germano-fränkisch hielte. Schon die Allgemeinhcit, mit welcher Abraham b. Nathan Ibn Iarchi in seinem zu Toledo geschriebenen ha-Manhig davon spricht (ed. Berlin S. 40, Nr. 18)׳ zeigt von dessen weiter Verbreitung; Aben Gsra bezeugt sogar bei Abndiraham (6d. Prag 17, cl.), daß die Gemeinde in Kairwan bei dem Gaon Hui angcfragt habe, weshalb die Inden in Maghreb die Teknfa fürchten, und zur Zcii derselben kein Wasser trinken. Aus der Polemik gegen die Tckusafnrcht kann also auf den Wohnort A.'S nicht geschlossen werden. Das Werk selbst beginnt mit einem Verse, der sich etwa ans folgende Weise wiedergcben läßt: ״Erguß des Gcmüths, das in Treue, anklopft an den Pforten dör Reue, ans daß cs die Busse erneue." Aus den einleitenden Vers folgt die ebenfalls in gebundener Rede abgefaßte Einthcilnng des Werkes in vier ״Säule1 :".׳.׳. Von der Entstchung der Welt; 2. von der Bestimmnng des Menschen; 3. von der Buße; 4. von den letzten Dingen. Leider hat der Herausgeber dem von ihm edirten Büchlein einen Ballast fremdartiger, mit demselben nicht i״. ^..,»»uiienyange ,leyenocr vna״rw״, aber durchaus nichts geliefert, was geeignet wäre, ein tieferes Bersta,».- niß des ״Hcgion" zu vermitteln, und dem Vers, desselben seinen Platz in der Literaturgeschichte anzuwcisen. Wir beschränken uns auf folgende Andentnugen: Der erste Abschnitt zeigt den Verf. als Aristotcliker, der auch platonische Elemente in sich anfgcnommen hat: die Form der irdischen Körper ist veränderlich, die des Himmels unveränderlich. Bei jedem Körper sind Materie (ןי*׳ז — היולי) und Form (4'״ — צורה»?) zu unterscheiden. Jene wird in der Schöpfungsgeschichte mit תהו, diese mit בהו bezeichnet. Beide waren dynamisch vor der Schöpfung vorhanden: בכה לפני בה״ ע (S. 2). Hiemit übereinstimmend Jehnda ha- Levi, der Zeitgenosse unseres Verfassers: ״Wenn auch ein Anhänger der Thora sich genöthigt sicht, die Ewigkeit eines UrstoffcS anzunehmen, und an das Dasein vieler Welten vor dieser Welt zn glauben, so thut dies seinem Glauben gar keinen Eintrag. Denn mit jener Annahme verträgt sich noch immer der Glaube, daß die gegenwärtige Welt zu einer bestimmten Zeit geschaffen worden sei, und daß Adam und Eva die ersten Menschen auf derselben waren (Kus. 1. 67. vergl. auch 4, 25. 5, 2.) NachmanideS zu 1 M. 1,2. hat ganz gewiß ans dem Hegjon geschöpft, wie schon die Erklärung von בו הוא — בהו deutlich beweist. Die weitere Erklärung der Schöpfungsgeschichte zeigt, wie sehr der Berfa, ser von den Filososemen seiner Schule beherrscht war; die spezielle Nachweisung seiner unmittelbaren und mittelbaren Quellen wird wol unser gelehrter Freund vr.Jellinek übernehmen. Zn Ende des 1. Absch. kommt A. b. Chijja auf die Erwählung Israels zn sprechen, und schließt mit den Worten: ״Ich behaupte aber nicht, daß dieser Vorzug den übrigen Menschen entzogen sei; denn es ist Unrecht, dies zn behaupten. Vielmehr sind auch die übrigen Menschen geeignet, zn glauben und die

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