Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 1 (4.1.1861)
- Date
- 1861-01-04
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 flurccht, vielleicht kann er auch solche Zeilen nicht schreibcn. Sollte cs übrigens wahr sein, daß der Professor der Verfasser dieser Grabschrist sei, so wäre dieses das Merkwürdigste daran. Es bcweist aber auch das Walten der göttlichen Gerechtigkeit oder der Nemesis, wenn man dieses Wort Vorlieben wollte. Der sel. Sir Jsak Lijon machte diesen Professor znm Professor. Derselbe hat sich u n n dafür durch d i e s c G r a b s ch r i f t bitter g e r ä eh t. Dr. P i l l e, ans New Poek (eine räthselhafle Personnage, die man nie zu lehen bekömmt, von welcher man allenthalben lieft), hat in einem Einsall von bittcrm Humor ein Dutzend bebr. Epigramme daraus gemacht. Derselbe hat nns mit denselben beehrt, und seiner Zeit werden sie der Welt übergeben werden. Da diese Grabschrist hiemit ferner der Geschichte angehören wirs, so möge hier noch folgendes daraus Bezügliche mitgcthcilt werden. Jemand, welcher im Hebräischen nicht unwissend ist, machte Sir Francis Goldschmiedt brieflich darauf anfmerksam, das! diese Grabschrist, wenn sie einst bekannt werden sollte — Gelächter erregen würde. Diese Zeilen von dem Grabsteine zn entfernen, wäre demnach das Beste. Sir Franeis antwortete an diesen Jemand: da diese Grabschrift von einem Manne gemacht wurde, der als einer derjenigen betrachtet ivird, der fähig ist, eine solche zn machen, so sieht er keinen Grund ei», dieselbe beseitigen zn lassen. Darauf erwiderte dieser Jemand: wenn die Grabfchrist gedruckt ist, wird die Well darüber entscheiden. Di׳. I e m a n d. Pest, l. Jänner. Die Pestcr Freunde des Ben Ehananja bej grüßen denselben mit Freuden als wöchentlichen Gast, solche liebe Gäste! werden zn jeder Zeit sehr gerne gesehen, je öfter desto besser. Wol wollen so Manche behaupten, das; eine wissenschanliche: Zeitschrift eines größeren Zwischenraumes bedürfe, um das darin Gcbotene vollkommen würdigen zu können: doch ist die Zeit eine andere geworden, das Programm des Ben Eban. ein verändertes, und da ist ja der öftere Ideenaustausch als nothwendig begründet. Die Sonne der Freiheit, die für unser geliebtes Vaterlnd ans- > z.11gehen scheint, hat auch die jüdischen Gemeinden ans ihrem Schliimmer geweckt, allenthalben herrscht neues Leben, und es geben sich Bestrebungen kund, die nur Gutes und Ersprießliches erwarten lasse». Doch wollen wir ernstlich erinnern, durch voreilige Schrille, durch unzeitgemäßes Bordrängen der guten Sache nicht zn schaden. lieber das von der hiesigen isracl. ״Jugend" veranslal'cte Perbrüdcrnngsfcst jetzt zn berichten, wäre schon zu sehr post festum: doch will ich erwähnen, das! der darauf erfolgte improvisirte Gottesdienst - viele -Rügen erfuhr. War dieser Meinent, fragte man, ein solch hoch-! wichtiger, »111 dafür eine gottesdienstliche Feierlichkeit zu veranstaltend > lieber unsere Geineiiideziistände und die zu erfolgende Re,,wähl i der Bertreler nächstens. Dr. Sivos.! E. Fimfkircben, 1 צ. Dezember. Unter den vielen Gemeindej Vertretern, die feit einiger Zeit fchaarcnwcife herbeiströmen, um dem j neuen Obergespann der Baranva die Answartnng zn machen. ragle j jüdifcherseils die Repräsentanz des Sikloser Stnhlbczirkes vortlieilbaft heraus. Der dortige, lange verfolgte, nnd nnn höchst ehrenvoll resti lnirte Vorsteher nnd Schnlanneher Dr. SchN-lhof, begleitet vom Bcz. Rabb. Roth nnd anderen drei würdigen Gemeindegliedern, hielt bei der Vorstcllnng die Ansvrache, in welcher er den Svmpatien für das nalionale konstitiilionelle Wiederaufleben des thcnern Vaterlandes Ausdruck verlieh. In seiner Erwiderung ans diese und ans die in ungarischer Sprache gehaltene Anrede des Hr». Rabb. Roth sagte der Hr. Dberge svann: ״Es ist mein leiiendes Prinziv, daß ich weder Katholiken, noch Prolestantcn. noch Inden, sondern nur Ungarn kenne. Es läßt fiel; nichts Anderes den Israeliten emvfehlen, als ein aufrichtiger Anfchlns! an die ungarische Station." Briefe au? E;r.-Kaniscl1a. Il.Z. Es ist eine von jedem Lehrer zngeslandeue bedauerliche Erscheinung, daß das sittliche Verbalteil in nnsercn Schulen noch Manches wünschen läßt. Meines Erachlens liegt der Grund hievon in de»! llmstande, daß in unseren Schillen für Erziehung überhaupt wenig geschehen kann, so lange das Fachslsteiil vorherrscht. Es mnß >vol Jeder einsehen, das! es ein anderes ist, wenn ein Lehrer den Dag über mit denselben Kindern Umgang pflegt, nnd allein für das geistige und moralische Auskommen der Klasse eiiiznstehen hat; nnd ein anderes, wenn ein ungarischer, deutscher, hebräischer lind ein Schreiblehrcr in die Klasse kömmt, nnd Jeder nur bestrebt ist, in seinem Fache Erkleckliches zn leisten, die Schnlzncht hingegen einem Andern überläßt, oder — im bessern Falle — die einander entgegengesetzten Versahrnngsweisen Schlimineres resnltircn. als ein ganz passives Verhalten. Die Einführung des Klassensisieines in die jüdischen Schulen scheiterte nicht etwa an einer inncrn Unzulässig feit, sondern nnr an dem Vornriheile, welches für jedes Fach Kapazitäten haben möchte, und einem Einzelnen niemals die Fähigkeit znirant, Ruhig wolleii wir den Ziisaiiiinentritt des Landtages abwarten, nnd dann sei es an der Zeit, wie ein Mann für unser gutes 'Recht eiiiznstehen, nnd uiit aller Kraft dafür zn kämpfen*). Die General-Versaininlnilg des israclnngar. Vereines ist wegen noch nicht erlangter Sanktionirnng der Vereinsstatnten wieder verschoben worden. Möge bei der Koustitnirnng des Vereines die Wahl aus solche Männer fallen, welche Gesinnnngstüchtigkeil lind Begeisterung für die gute Sache initbringen; denn wahrlich, die Ausgabe des Vereines ist eine hohe nnd bedentungsvolle. ך Der Pest er Gemeindevorstand ha! schon in diesem Augenblicke ' die Ausgabe, die ״KoillitatSgemeinden", mit denen das Toleranztar- Komit6 korrcspondirlc, zur Wahl je eines Abgeordneten auszusordern und zugleich die Zeit für den Zusammentritt der Abgeordneten anzube-! raumen. Die Abgeordneten hätten dann ein engeres Komile mit der; Ansarbciinng einer eingehenden, den Gegellstand erschöpfenden Petition j zu betrauen, welche, im Namen aller Israeliten Ungarns unterzcichnct,! dem Landtage zu nnterbreilen. und im Wege der Presse der Oeffentkichkcil zn übergeben wäre Red in sänimtlichen Fächern der Volksschule befriedigend wirken zn können. Das Hebräische ist es vor Allem, dem diese Sonderstellttiig von jeher zu Lheil ward. Eine natürliche Folge davon war, daß sich eine große Anzahl der Lehrer vom Stttdinm der heiligen Sprache ab. und solchen Wissenschaften znwendete». die ganz außerhalb der VolkSschnl-Ssäre Und doch ist die Zeit, gottlob, vorüber, wo Uitkeiliiiniß des Hebräischen ein endgiltiges Zengnis! für anderweitige wissenschaftliche Bildnng abgab. — Mögeil also die löbl. Schnlvorstände diese meine unmaßgebliche Meinnng berücksichtigen, und bei der bevorstehenden Reorganisirnug der Schulen dem Klassenlehrcr-Sustcme nach Thnnlichleit Rechnung tragen. Neben dem moralischen Vortheile für die Schule selbst, wird diese Eiitrichlnng auch das schöne Ziel zum nothiventigen Ergebnis! haben, daß sie alle Lehrer zum Studium des Hebräischen anspornen, und dadurch einen gewiß beachkenswerlhen Faktor zur Erha! tiing und Pflege der heil. Svrache in's Leben rufen wird. Ein anderer Grund für die Erfolglosigkeit der Schiilerziehung ist — Ehre den rühmlichen Ausnahmen — in dem Mangel an Achtung