Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 12 (1.12.1860) 1.Hälfte
- Date
- 1860-12-01
- Page
- Seite 645 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2542917-2543076-2543092--1879-2545601- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 645 — tischer Dichter aufgetreten. Selbst der sehr orthodore Rabbiner Berl nahm Rücksicht auf den ״Sammler" und polemistrte gegen denselben (1794); Beweis genug, daß der Sammler in seiner nächsten Nähe mit Beifall gelesen wurde. In der Folge bahnten Benser, Obernyik, Sam. Detmold der Bildung und der Reform den Weg, so daß der Hamburger Ritus ohne Weiteres in Wien Aufnahme gefunden hätte, wenn — der mährische Landesrabbiner, Markus Benedikt, dessen Gutachten bei der Regierung maßgebend war, nicht nachdrücklich dagegen protestirt haben würde. Diesen Umstand verschweigt der Hr. Vers., wiewol ich schon 1851 in meiner ״Geschichte des mähr. Landesrabbinats seit 100 Jahren" darauf hingewiesen habe (Wr. Blätter 1851, Nr. 57, S. 303 ff.). Erst nachdem der Versuch, die Hamburger Liturgie einzuführen, vollständig gescheitert war, schritt man zu den bis auf den heutigen Tag üblichen Modifikationen der herkömmlichen Liturgie. Der Zensor Löb Harz selb nahm daran sehr thätigen Antheil. Er korrespondirte mit einigen befreundeten Rabbinen über die vorzunehmenden Reformen, vorzüglich über die auszuwählenden Pijjutim. Mein gottsel. Lehrer, R. Joachim Deut sch mann, Harzfeld's Schulfreund an der Jeschiba R. Ezechiel Landau's, war einer der Befragten, und ich selbst habe seinen an D. gerichteten Brief im Aufträge des Erstem einige Mal kopirt (1826), ohne jedoch die Bestimmung der von mir angefertigten Kopien zn kennen. Der Rath D.'s, dessen Antwort ich ebenfalls abschrieb, lautete dahin, daß bei der Auswahl nicht so sehr der Inhalt der beizubehaltenden Pijjutim, als deren Ansehen beim 27 המק zu berücksichtigen sei. Der Rabbiner Deutschmann machte aus seiner Antwort gar kein Hehl, vielmehr sprach er, so oft sich Gelegenheit dazu darbot, zu seinen Schülern und Gemeindegliedern mit aller Unbefangenheit von der untergeordneten Bedeutung der Pijjutim, ohne daß Jemand Anstand daran genommen hätte. Allerdings war zu jener Zeit in den Landgemeinden die Abkürzung der Pijjutim noch nicht zum Schiboleth der synagogalen Reform geworden. Vielleicht ist der Hr. Verfasser in der Lage, uns Harzfeld's biografische Skizze zukommen zu lassen. Die schwächste Partie des Buches scheint uns die Geschichte der Religionöschule zu sei». Der Hr. Vers, fängt ab ovo an, ohne die Geschichte, wie sein Anlauf erwarten läßt, weiter zu verfolgen. Res. hat vor mehr denn 20 Jahren die Wiener Religionsschule sehr genau gekannt; auch hat er kurze Zeit in einigen oberen Klassen den Religionslehrer Breuer vertreten. Aus Grundlage seiner eigenen Erfahrung gestattet er sich daher zn bemerken, daß in dem vorliegenden Berichte weder der Hin-