Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 12 (1.12.1860) 1.Hälfte
- Date
- 1860-12-01
- Page
- Seite 643 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2542917-2543076-2543092--1877-2545599- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
643 radoren; jedoch Geist und Witz gehört dazu. D. tummelt stch auf diesem Gebiete von S. 75 an, unter dem Titel Parallelen, welcher mit den Sätzen beginnt: ״Parallelen sind die Körper der filosofischen Ideen." — ״Es gibt Parallelen der Worte, der Gedan« ken und der Thaten." Dazu einige recht geistreiche Vergleichungen, die wir den Leser als lehrreich anempsehlen. WaS andere Dichter und Schriftsteller aus G.'s Sprüchen entlehnt und umgestaltet haben (S. 75 ff.) ist sehr interessant, und macht begierig noch mehr zu hören. Ebenso die Nachrichten über andere arabische Spruchsammlungen. D. charakteristrt hieraus G.'s Seelen-Heilung (ppn מדות הנפש) (S. 92 ff.) mit Heranziehung vieler hübscher Notizen, darunter wiederum gelegentlich muntere, zum Theil ergötzliche Gedankensätze, z. B. S. 102: ״Zitate sind die Riegel der Geschichte; — Zitate, oft nur eine besondere Art das Papier zu verderben, erhalten ihren Werth durch die Kürze; Zitate sind oft Sündenböcke der Autoren, oft Blumengewinde, womit das Opfer — oft der Leser, öfter der Autor — selbst bekränzt wird" u.s.w. u. s. w. Wir verweisen endlich auf die Bemerkungen unseres Freundes über Allegorie S. 107 und ff., die auch viel Eigenthümliches darbieten. Wir würden die Grenzen einer Anzeige überschreiten, wenn wir. nicht abbrächen. Unser Zweck ist erreicht, wenn wir dem Leser mit obiger sehr flüchtiger Charakteristik den Eindruck machen, daß er diese sehr merkwürdige Erscheinung, trotz, oder vielmehr wegen ihrer Eigenthümlichkeiten einer ernstlichen Aufmerksamkeit Werth erachte, denn mitten in dem halben Humor steckt hier recht viel Wissenschaft und allerlei duftiges Gewürz. Uns hat -es recht erfreut zu sehen, daß unser Freund in seiner Londoner Einsamkeit sich noch immer selbstständig zu erhalten weiß. Wer die Arbeiten dieses vielseitigen Gelehrten, der sich nur dem Zopf nicht fügen kan», nicht zu würdigen versteht, möge ihn: wenigstens aufmunternde Theilnahme zuwenden! Vom ersten bis zum zweiten Tempel. Geschichte der israel. Kultusgemeinde in Wien (1820—1860), von G. Wolf. Wien 1860. Wilhelm Braumüller, k. k. Hofbuchhändler. 8. 207. Der um die Spezialgeschichte der Juden in Oesterreich verdiente Verfasser fährt fort, die freien Stunden, welche ihm bei seinem Berufe als Reltgionslehrer gegönnt sind, zur Bereicherung der geschichtlichen Kenntniß zu benützen. Im vorliegenden Werkchen 39*