Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 12 (1.12.1860) 1.Hälfte
- Date
- 1860-12-01
- Page
- Seite 642 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2542917-2543076-2543092--1876-2545598- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
wir darüber zu Urtheilen vermögen, hier weder verständlich, noch sonst werthvoll sind). Auf diese zwei literar - historischen Abtheilungen zum Gabtrol folgen allerlei Bemerkungen aus und zu den ethischen Werken des großen Sängers. Paradoxen, die Menge, leiten den Leser zu der Sammlung מבחר פנינים hin; z. B.: S. 52. ״Rein menschliche Gedanken, in Form der Sprüche der Weisen sind Gedankenterte, woran man Ketten von Betrachtungen knüpfen kann." ״Die Sentenzen sind das Jnhaltsverzeichniß des großen Lehrbuches der Menschheit, ein Buch, oft durch bedeutende Errata entstellt." ״Die Sentenz ist die Seele der Fabel; sie ergänzen sich gegenseitig." ״Gute moralische Regeln sind zu allen Zeiten lehrreich. Sie geben Glauben an die Menschheit, und an das, was eigentlich die Menschheit zu einer solchen macht." S. 54. ״Anonyme Sprüche sind Seelen, die den Körper verloren haben." S. 55. ״Die Martme, Mutter der That — ist die Geschichte der Menschheit." Auf diese und andere Jean Paul'sche, oder wenn man will, Gabirol'sche Gedankensprünge, folgen Proben aus dem Senkenzeubuche des letztem. Z. B. S. 57. ״Wenn das Schicksal wahr ist, so ist der Fleiß vergeblich. Ist die Treulosigkeit von der Natur, so ist das Vertrauen auf Leute außerhalb des Glaubens Trägheit." Der arabisirte hebräische Tert erscheint uns eben so dunkel. D. findet hierin ein wichtiges Monnment der Filosofie, anders ausgedrückt an einem andern Orte: ״Gegen Alles kann ein Ausweg (?) gefunden werden, ausgenommen den göttlichen Rathschluß", uns eben so nnverständlich; dagegen besser bei Schahrastani: ״Alles kann anfgehoben werden, nur nicht der göttliche Rathschluß", wie auch Ali sagt. D. nimmt Gelegenheit von dieser Schicksalstheorie, um einige entgegenstehende Sentenzen von anderen Moralisten auszustellen; recht dankenswerth. S. 62. Gabirol: ״Die Frage der Weisen ist halbe Antwort, wohlwollender Umgang ist die Hälfte des Verstandes. Ordnung in Ausgaben das halbe Auskommen." Uns ist nur der dritte Punkt verständlich. Der hebr. Tert ist gänzlich Patois. Eine sattsam hier beigebrachte Zahl von Sentenzen mit hübschen Glossen machen «ns mit Gabirol's Geiste bekannt. Wer sich an solche Kost gewöhnt, erwirbt sich leicht einige Uebung im Pa-