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Ben Chananja · 1860-12-01 · 12 (1.12.1860) 1.Hälfte · p. Seite 641

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
12 (1.12.1860) 1.Hälfte
Date
1860-12-01
Page
Seite 641 (sequence 17)
Language
German
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— 641 — Dritter Satz: ״Dem Filologen gehört das Wort als solches, dem Filosofen der Gedanke als solcher, dem Historiker die Thatsache als solche, welche das Wort und den Gedanken verbindet." — Ein Schlußsatz, über den wir noch reiflicher nachzudenken vorhaben. Aber man wird jetzt den Satz S. IV. gerechtfertigt sehen: ״Wir haben in diesen Blättern Manches angeveutet, welches, wollten wtr's auseinander setzen, zu einer Abhandlung angemessen wäre." — Es ist also Absicht: Die Kurzsichtigen ein wenig herumzusühren! D. erklärt es, wie gut eS sei, Ideen in Betreff ihrer Aehnlichkeit zu vergleichen. So sei das theologische Wort Gnade, eigentlich dasselbe was: Genie, und angeborene Ideen ----- Genossen, ״beidesRäthsel, die gelöst werden, durch Auffindung der Aehnlichkeit." Wir bleiben noch beim — .ותיקו ״Das vorliegende Buch enthält: ״Gedanken der Weisen", sagt er, doch Vorarbeiten fehlten. ״Hätten wir", fügt er hinzu, ״nicht selbst zuweilen ein Buch gelesen, so hätten wir müssen einen Roman von 489 Seiten schreiben, oder nach Jerusalem uns wenden." — Das ist sicherlich eine geistreiche Satyre gegen L. A. Frankl; wir bedauern, sie nicht zu fassen. — Daran knüpfen sich humoristische Ereignisse über Leute, die wie Taschenspieler Blumen aus den Sack schütten, die sie erst heimlich hinein gethan haben. Recht witzig. Er meint, die mittelalterliche Literatur stehe nur bei den Juden in Verachtung, und zwar, weil die Geschichte auf Klarheit der Anschauung dringe, und ihren Freunden das Glück der süßen Täuschung raube; und spielt auf Kassandra an. Das ist ein gar zu flüchtiges Urtheil, das nirgend seine Bestätigung findet. Wenn die Juden ihre Sänger nicht genug kennen, deren. Werke sie oft genug gedankenlos absingen, so hat dies seinen Grund in tausendfachen Nebenumständen. — Uebrigens ist in der Vorrede noch klarer Geist genug, wenn auch viele Funken aufsprühen, die in der Luft verlöschen. Das Buch beginnt mit einer kurzen Lebensbeschreibung des kurzen Lebens des Gabirol, und einer Nachweisung seiner Werke, die zur Ethik, zur Filosofie, zur religiösen, zur weltlichen Poesie gehören; diese literarisch-historische Skizze ist ausgestattet mit lehrreichen Nachweisungen und geistvollen Bemerkungen. — Dann gibt Hr. D. eine Ueberstcht der literarischen Quellen, aus denen G. geschöpft hat. Hier sind schöne Parallelen aus dem Thalmud, namentlich dessen Morallehren, angeknüpft; ferner ein paar Worte über Saadja's berühmtes Werk, dann finden wir eine Charakteristik arabischer Moralisten, worin Dukes ganz einheimisch ist, an welche sich einige Worte über Alfarabt anschließen (welche, so weit Btn Cbm, UM. 1890. 39

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