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Ben Chananja · 1860-12-01 · 12 (1.12.1860) 1.Hälfte · p. Seite 636

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
12 (1.12.1860) 1.Hälfte
Date
1860-12-01
Page
Seite 636 (sequence 12)
Language
German
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636 — gestattet. In den israelitischen Gemeinden war das richtige Gefühl von der fast gänzlichen Unmöglichkeit, eine einheitliche Geschichte herzustellen, die Ursache der strengen Festhaltung an dem allgemeinen Herkommen, die Jugend in den Quellen selbst zu unterrichten, und ihr somit, ohne sich auf geschichtliche Kritik einzulassen, die weitere Durchbildung der geschichtlichen Erkenntnisse zu überlassen. Demnach ließ man es an Versuchen nicht fehlen, Schwierigkeiten auszugleichen, welche beim Lesen der biblischen Quellen sich auch dem unbefangenen Schüler offenbaren. Die Belehrung des weiblichen Geschlechtes und desjenigen Volkstheils, welchem die alte Sprache fremd bleibt, drängte ohnehin stets dazu, die nöthigen Hilfsmittel zu schaffen. In der That hätte man nun von der Regsamkeit unseres Jahrhunderts erwarten dürfen, daß die biblische Geschichte für den Jugendunterricht ihren Meister gefunden hätte; aber die immer neuen Unternehmungen auf diesem Gebiete bezeugen, daß die Jugendlehrer sich noch immer nicht befriedigt fühlen. Wie dies zu erklären sei, mögen wir hier nicht untersuchen; das Entstehen so vieler Biblischen Geschichten aber einzig und allein der flachen Büchermacherei zuzuschretben, wäre in den meisten Fällen ungerecht; denn man findet in den verschiedenen Werken dieser Art auch häufig eine geistige Selbstständigkeit, welche berechtigt ist, mit Andern um Anerkennung zu ringen. Die öffentliche Kritik wird iudeß gerne darauf verzichten, alle Erzeugnisse zu beurtheilen, um die Wahl auf das Bessere hin zu lenken, und lieber sich daraus beschränken, die besseren Schriften unbefangen zu würdigen. Zu den glücklicheren Lösungen der Aufgabe gehört unstreitig das Werk des Hrn. Breuer, wie schon die Nothweudigkeit neuer Auflagen zum Theil beweist. Wir sagen zum Theil, denn ein vollständig triftiger Beweis ist die Wiederholung des Abdruckes nicht; wir könnten vielmehr umgekehrt durch die wiederholten Auflagen vieler Schulbücher beweisen, daß die Schulen sich bisweilen mit den jämmerlichsten Machwerken viele Jahre hindurch behelfen, auch wo kein Zwang von oben herab sie dazu anhält. Aber das Breuer'sche Buch vereinigt viele treffliche Eigenschaften, welche ihm die Zuneigung der Lehrer auch fernerhin sichern. Es entspringt nämlich aus tüchtiger Sachkenntniß und selbstständiger Lehrerfahrung; es zeugt von Praktischer Sorgfalt in der Wahl dessen, was es der Jugend mittheilt, und was es einer reifern Bildung vorbehält; es regt überall die jugendliche Denkkraft au, spricht aber zugleich zum Herzen, um die Liebe der unschuldigen Einfalt zu gewinnen; es ist die freie Natnrmalerei der heil. Schrift in ihrer alten Kunstlosigkeit, welche ihren besonder» Zauber an sich hat; es ist die

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