Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 12 (1.12.1860) 1.Hälfte
- Date
- 1860-12-01
- Page
- Seite 633 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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633 — archäologische, das geografische und geschichtliche Element, häufig auch das sonst wissenschaftliche, nicht gehörig vertreten ist. Es ist also das Unternehmen, den Thalmud mit fortlaufenden Scholien zu begleiten, durch stch ׳selbst gerechtfertigt. Hr. Wiesner besitzt die nöthige Vorbildung, um sich demselben mit Erfolg zu unterziehen, und benutzt die geeigneten Quellen, um seine Erörterungen zu belegen, zum Theil zu weiteren Forschungen anzuregen. Hier einige Proben mit unseren Bemerkungen. Wir haben die mitunter nicht Jedem sogleich gegenwärtigen, oder nicht Jedem bekannten Erklärungen über die Zeiteintheilung, dann wieder über Bath Kol gleich auf der ersten Seite mit Vergnügen gelesen, wenngleich wir Schleiden's Ansicht von der Ahnungsstimme ganz unbegründet finden oder richtiger nicht klar durchschauen. S. 4 wird die Vorsicht in keiner Ruine zu beten, ohne Zweifel mit Recht, der schädlichen Thiere wegen, gutgeheißen, aber auch zugleich auf den Volksaberglauben, daß Gespenster darin Hausen, bezogen. Die Rücksicht auf das Verbot Jerusalem zu betreten, wovon im Text auch keine Andeutung zu finden, ist wol zu weit hergeholt. S. 4.' Ist uns die Gleichsetzung חבר — כנסת neu, und eben so בני הכנסת — חברים, indem wir letzteres für Gemeinde- Mitglieder halten, wozu auch Nicht-חברים gehören. S. 5 meint Hr. W. verschiedene Aeußerungen alter Schriften für die Behauptung anführen zu können, daß man Synazogen vorzugsweise gerne am Wasser baute. Uns will dies nicht ganz treffend erscheinen, da eine solche Sitte wol als solche irgendwo im Gesetze erwähnt wäre; wogegen die Bestimmung: man solle die Synagoge auf den hohen Punkten der Städte erbauen, fast geradezu als widersprechend gelten kann. Oertlich indeß mag man die Lage am Wasser vorgezogen haben. S. 7 sagt die Schotte nicht, worauf die Stelle des Thalmud's, daß Fürsten erst nach der sechsten Tagesstunde aufstehen, ansptelen dürfte. Bei dieser Gelegenheit gibt Hr. W. eine Bemerkung zu der im Thalmud erwähnten Aeolsharfe. Hier ist seltsam hinzugefügt: ״Im Mittelaller" hat sich der Jesuit Kirchner in seiner Phonurgia 1648 eine ähnliche Erfindung zugeetgnet. Das Jahr 1648 gehört aber doch nicht mehr zum Mittelalter. Daß die Satten der Aeolsharfe alle gleich gestimmt seien, soll wol nur sagen akkordirend. seien, sonst wäre eine Melodie wol nicht zu. erwarten. — Wir hätten diesen Punkt etwas deutlicher gewünscht.