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Ben Chananja · 1860-11-15 · 11 (15.11.1860) 2. Hälfte · p. Seite 600

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
11 (15.11.1860) 2. Hälfte
Date
1860-11-15
Page
Seite 600 (sequence 8)
Language
German
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— 600 Orte schreiben, wo eine Synagoge und ein Geistlicher oder ein Vorbeter ist, wo daS Kind bei der heiligen Thora genannt, sowie der Dank der Eltern dargebracht, und der Segen über das Kind herabgesteht wird rc. am selben Tage und in derselben Stunde, wo er das Fest in seinem Hause feiert/ gewöhnlich vier Wochen nach der glücklichen Niederkunft. Stirbt er, so wird ihm keinesrpegs, wie dies bei so vielen andern Glaubensbekenntnissen der Fall ist, israel. Bestattung versagt. Eine solche wird selbst einem noch so sehr vom Glauben Abgefallenen nicht verweigert, und in allen Ländern werden die so vereinzelt lebenden Israeliten nach ihrem Tode nach einem Orte gebracht, wo ein jüdischer Fried- Hof ist. Wer möchte nun den Stab über einen vereinzelt wohnenden Israeliten breche», weil er sein Judenthum nicht' zur Schau trägt? Wer weiß, wie oft er in seiner stillen Kammer dieses übt und nährt? Wer will über seinen Bruder ei» Nrtheil fällen, der doch mit einem einzigen Worte, ohne sich irgend eine Bürde aufzulegen, sich ganz von aller Verbindung mit dem Judenthnme lossagen könnte, und da er dies nicht thnt, ungeachtet er um seines Glaubenswillen — bei Allem Sieg der Humanität — vielen Chikanen auSgesetzt ist und gegen viele Widerwärtigkeiten zu kämpfen hat, hinlänglich beweist, daß eine Kraft des Glaubens in ihm ist, welche nicht so leicht bei andern gefunden wird, und welche vielleicht ihm zuweilen recht tief den Mangel einer Glaubensgemeinschaft beklagen läßt. Dies vorausgesetzt, muß noch bemerkt werden, daß da, wo höhere Pflichten in der großen bürgerlichen Gesellschaft eö erfordern, das Individuum von der Beobachtung vieler Gebote diSpensirt wird. ״Du sollst nicht morden," ist ein heiliges Gebot für Christen und für Juden; aber im Kampfe für's Vaterland wird dieses heilige Gebot snspendirt, und der israelitische Soldat, der in den Krieg zieht, ist während desselben von der Ausübung der Gebote, die sie erwähnen, entbunden. Dies gilt nicht nur von dem, der gezwungen-in den Krieg mitgeht, sondern auch-von dem Freiwilligen, und ich habe im Jahre 18.. selbst mehrere junge Israeliten aufgemuntert, sich freiwillig zu stellen, und habe sogar Geld für Einzelne gesammelt, um sie zun! Abmarsche zu unter-

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