Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 11 (15.11.1860) 2. Hälfte
- Date
- 1860-11-15
- Page
- Seite 598 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 598 — viele Erempel in der neuesten Zeit beweisen, nicht einmal auf einem katholischen Friedhofe beerdigt wird? Ich will Ihnen ser- «er zu erwägen geben, ob nicht Ihre Frage eben sowol auf diejenigen angewendet werden sollte, die zur Landeskirche gehören, aber unkirchlich leben, niemals zum Abendmale u. kommen. Ist es denn nicht weit schlimmer, sich von einer Gemeinschaft loszureisie«, während man alle Gelegenheit hat, mit ihr verbunden zu sein, als isolirt zu leben, weil die eigenthümlichen Verhältnisse es nicht anders gestatten? oder sollten Sie solche Individuen unter hochgestellten Männern, sowie unter dem gemeinen Volke nicht kennen? Ich weist mit Bestimmtheit, daß Viele der Art sowol nnter den Söhnen Aesknlaps als der Themis gefunden werden. Oder sollten wol für die Anhänger und Schüler Moleschott's ׳und Vogt's die christlich-kirchlichen Handlungen irgend wie Bedeutung haben? Wie können Sie nur eine Frage aufwerfen, insofern diese einen Israeliten betrifft, ohne zu bedenken, daß man doch erst im Reineu sein müsse, wie diese im eigenen Kreise zu beantworten sei. Oder ist es nicht bekannt, daß mancher Beamte niemals — besonders vor drei Jahrzehnten — die Kirche besucht hat, und daß mancher heutigen Tages sich nur ein paar Mal im Jahre daselbst einfindet, wol nicht aus innerem Drange, aber, weil man glaubt, es sei gut, wenn das gemeine Volk sich zur Kirche hält, und man ihm darum mit einem Beispiele vorangehen müsse, an vielen Orten sogar nur nm sich bei Hofe einzuschmeicheln, oder selbst nur, weil man fürchtet einen Theil seiner Praxis bei den kirchlich Orthodoxen zu verlieren? Hat ja ein Mann sogar öffentlich sich geäußert', daß er zweimal im Jahre, nämlich am ersten Weihnachtstag, und ich glaube am grünen Donnerstage oder ersten Ostertage ans die Folter gespannt würde. Ist ein solch' heuchlerisches Wesen nicht weit mehr zu verwerfen? Doch noch bin ich mit meinen Gegenfragen nicht fertig. Haben Sie niemals in Ihrem bedeutenden Kirchensprengel Personen gehabt, von welchen Sie mit Bestimmtheit sagen konnten, daß diese nach christlicher Vorstellung nur den Tod aus dem Kelche trinken würden? Aber können Sie wol noch wie vormals Kirchenzucht üben, und denselben den Zutritt zum Tische des Herrn versagen? Und Alles