Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 11 (15.11.1860) 2. Hälfte
- Date
- 1860-11-15
- Page
- Seite 596 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 596 — ansznwerfen, welche aber ein hochgestellter Geistlicher wie Sie, der nicht bloS mit der Kirchengeschichte vertraut ist, sondern auch in seinem Wirkungskreise gewiß unzählige Erfahrungen gemacht hat, gewiß gleich auf's Beste zu beantworten gewußt haben würde, insofern nicht ein besonderer, und obendrein geheimer Grund vorhanden wäre, sie von mir beantwortet zu sehen. Indem ich nun zu dieser Beantwortung schreite, glaube ich mit Recht die ganze Diatrvbe, womit Sie Ihre Frage einletten, mit Stillschweigen zu übergehen; und ich muß in Bezug auf Ihre Aeußerung, daß Sie sich geneigt fühlen, in dem, was unsere Zeit als einen Sieg der Humanität betrachtet, nur eine Bestätigung dessen zu sehen, ״daß der Herr noch lebt, um sein gerechtes Urtheil über sein Eigenthumsvolk zu vollstrecken", bemerken, daß ich, der ich nie daran gezweifelt habe, daß der Herr noch lebt, und daß er sich unablässig sowol in der Geschichte der Völker als in der Natur sich offenbart — darin nur ein Zengniß der Erfüllung der göttlichen Verheißung sehe, ״daß durch Israel alle Völker der Erde gesegnet werden sollen", so daß sie in der Erkenntniß des Unendlichen, gleichberechtigt in Liebe und Frieden auf Erden wandeln. Und der Staat und das Volk hat sich am meisten diesem erhabenen Ziele genähert, von denen nicht blos gilt iwmo 8um et nihil humani a me aliennm pnto, sondern welcher oder welches gerade zufolge seines inner« Glaubens (Religiosität) so viel als möglich dafür garantirt hat, so daß der Sieg nicht Sieg der Humanität, sondern der Frömmigkeit genannt werden muß. Ist ja das eben die heilige Sendung der Israeliten! und die Begegnung, die sie in den verschiedenen Ländern und staatlichen Vereinen erfahren, gibt einen sichern Maßstab von der größer» oder geringem Frömmigkeit der Völker. Aber das Schicksal jener dient den andern zum Vorbild, darum haben sie auch oft darin zum Vorbilde dienen müssen, daß sie die Leiden der Völker getragen. So war Israel der Ebed Adonaj der in Jes. Kap. 53 dargestellt wird. Die neueste Geschichte gibt einen Beweis davon. ■-Ich weiß wol, daß, wenn auch einige christliche Theologen das 53. Kapitel in Jes. ebenso auslegen, wie ich, dies dckch bei Weitem nicht die christlich-kirchliche