Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1860-11-01 · 11 (1.11.1860) 1. Hälfte · p. Seite 586

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
11 (1.11.1860) 1. Hälfte
Date
1860-11-01
Page
Seite 586 (sequence 26)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2542917-2543076-2543090--1818-2545538
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 586 voraussetzen, daß das Mangelhafte und Verwerfliche sehr bald wahrgenommen, und in seinem Unwerthe erkannt werde, die ernste Kritik, welche sich nicht auf oberflächliche Bemerkungen beschrankt, bleibt nicht ans, und jedes Geisteserzeugniß erhält nach und nach seine Stelle in der allgemeinen Schätzung. Wozu also eine Arena für Lagtägliche Uebungen und Hetzjagden eröffnen, welche hochstens zur Zeitverkürznng dienen? — Wir erhoben wahrlich keine Klage über nothwendige Verständigungen, durch einen Gedankcn-Anstansch in den Zeitblattern. Je häufiger ihr Sprechsaal besucht wird, desto angemessener wird der Ton der Unterhaltung, und desto gewählter auch der Gegenstand der Besprechung. An Stoff ist auch auf unserem Gebiete kein Mangel. Beklagt muß nur werden, daß das rechte Gebahren der sonst achtnngswerthen Gesellschaft unter einander bisher nicht in dem Maße sich entwickelt hat, als der auf Zeitschriften verwendete Aufwand von Kräften und Zeit erhoffen ließe. Indes dürfen wir nicht vergessen, daß wir die Kinderschuhe noch nicht ausgetreten haben, und es leidet keinem Zweifel, daß reifere Erfahrungen auch in dieser Hinsicht sehr bald einen schönen Fortschritt bestätigen werden. Schließlich bitte ich, diese meine Aeußerungen keiner Anmaßung zuzuschreiben. Wer über vierzig Jahre hindurch den Gang unserer literärischen Bestrebungen und Leistungen, nach seinen geringen Kräften mitwirkend, beobachtet hat, wird wol auch einmal wegen eines sichtbaren Mißstandes das Wort ergreifen dürfen, ohne einer Selbstüberhebung beschuldigt zn werden. Ja, ich glaube nur das auszusprechen, was die Mehrzahl mit Bedauern empfindet. LorreWondenz. Ausland. Breslau, im Oktob. Kaum ist der Berliner Großresormator von der öffentl. Schaubühne abgetreten, und ein zweiter schickt sich schon an, allmälig das Erbe des Ersteren anzutreten und dessen Rolle zu übernehmen. Wer es ist, der die Stufen des vakanten'Reformatorenstnhles nach und nach hianklimmt, werden Sie wol schon errathen haben, es ist kein anderer als Geiger. Derselbe soll zwar, wie es allgemein heißt, und wie er selbst von der Kanzel herab versicherte, die erledigte Stelle ausgeschlagen haben, aber nichts desto weniger scheint er mit einem Auge darnach hinüber zn schielen, und sich langsam und bedächtig den Weg dazu zn ebnen. Nicht anders kann man sich das Erscheinen der letzten Brochure G.'s erklären. Mit dieser Brochure hat es folgende Bewandniß. Dieselbe erschien schon vor eilf Jahren, wurde aber blos an die Mitglieder der Geiger'schen Gemeinde vertheilt, und drang nicht in die Oeffentlichkeit. Mit einem Male entläßt sie der Verfasser ans ihrer Langjährigen Hast, und schickt sie, ohne durch irgend einen Vorfall in der Gemeinde dazu veran-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.