Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 11 (1.11.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-11-01
- Page
- Seite 582 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 582 Wissens mit keinem Worte*). — Die Sache an und für sich ist so übel nicht; denn, wenn wir dem Uebersiuulichen einen sinnlich wahrnehmbaren Ausdruck geben wollen, so haben wir eben nichts Passenderes als das Licht. Die Seele des Menschen ist ein Licht (Prov. 20. 27.), die Gottestehre ist ein Licht (das. 6. 23.), im Lichte offenbart sich Gott (Ezech. 43. 2.) u.s.w., aber dessenungeachtet scheint die ewige Lampe in der Syn. nicht jüd. Ursprunges zu sein- Mehrere heidnische Völker des Alterthums hatten ein immerwährendes heiliges Feuer, dessen Verlöschen für eine unglückliche Vorbedeutung gehalten wurde; weshalb Personen angesteltt waren, die es stets unterhalten mußten, namentlich ist dies von Indiern und Persern bekannt (s. Rosenmüller, Morgenland 2. B. S. 156). Die Griechen unterhielten zu Delphi ein nie verlöschendes Feuer, und auch die Römer hatten ihr veftalisches Feuer. Das nie verlöschende Feuer wurde von der christlichen Kirche in Gestalt der ewigen Lampe ausgenommen, und diese hat wahrscheinlich von dort aus in die Synagoge ihren Weg gesunden. (Warum sollte nicht die ewige Lampe, 2M. 28, 20. als Vorbild gedient haben? Red.)-Zum Schluffe noch die Bemerkung, daß R. Elia Misrachi (Respousen. 1. 79. s. Atereth Sekenim §. 151) in einem speziellen Falle den Bescheid gibt, daß eine in der Synagoge verübte Schandthat dieselbe nicht entweihe, und man in derselben nach wie vor, das Gebet verrichten dürfe. Derjenige, welcher die Frage gestellt, müßte an eine Entweihung gedacht haben, in einem Sinne, wie er dem Judenthume nicht geläufig ist. Hegenkemerkungen zu S. 518 dieses Jahrg., und zugleich ein Wort über öffentliche Kritik. Von vr. 3. M. 3»|f. Die wolbegründete Ueberzeugung, daß mein Freund vr. Duschak nur in der reinen Absicht, der Wahrheit einen Dienst zu leisten, mit obigen Glossen den Weg der Oesfentlichkeit einschlägt, da, wo er sehr leicht durch Briefe eine Verständigung erzielen konnte, ohne Lärm zu blasen, nöthigt mich zu meinem Leidwesen jene Bemerkungen hier zu beleuchten und einer Widerlegung zu würdigen, während sie an und für sich weder durch die Art des Auftretens, noch durch ihren Gehalt auf das Urtheil sachkundiger Leser einen Eindruck machen konnten. Ich würde auch so noch dieselben auf sich beruhen lassen, wäre nicht hierdurch Gelegenheit geboten, überhaupt ein ernstes Wort über die öffentliche Kritik zu sprechen, welches den Herausgebern kritischer Tages- und Wochen- *) Doch wird das ״Oel der Synagoge" erwähnt von Sal. b. Addereth zu Ehul. 99, b. Nisstm das. 296, b. Taschbaz 2, 171. vergl. Zer. Schebilh 6. Red.