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Ben Chananja · 1860-11-01 · 11 (1.11.1860) 1. Hälfte · p. Seite 577

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
11 (1.11.1860) 1. Hälfte
Date
1860-11-01
Page
Seite 577 (sequence 17)
Language
German
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IRI
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— 577 — Die eigentliche Theflllah beginnt im Alltagsgebet mit deck vierten Stücke (אתה דוו-נן) und endet mit dem 16. (קולנו MV). Denn, wenn auch, wie bereits bemerkt, um diese Zeit die materiellen Momente vorwaltend sind, kann das bei der spirituellen Richtung des Judenthums nur die ertensive Seite, hinsichtlich des Mancherlei betreffen, das der Mensch zu seinem irdischen Bestand und Auskommen nöthig hat; von der intensiven Seite ist auch hier das sittlich-geistige Moment oben an. An Fest- und Feiertagen zieht sich das ganze Gebet zu der geistigen Einheit zusammen, welche zunächst die höhere Bedeutung des Tages in's Bewnßtsein bringt, und dann das Gemüth in die unvergleichlichen Schlußtheile ergießt (רצה בכונוחנו und השיאנו). Prüfen wir mit dieser Ansicht die Angemessenheit der drei - unveränderlichen Jntroduktionsgebete, so spricht sich in dem ersten die Zuversicht auf den einzigen Gott des Weltalls aus, der im besondern Gnadenakt die würdig Befundenen zum Heile der Menschheit mit der Offenbarnng erleuchtet hat. Das darauf zunächst folgende geht schon mehr auf die wesentlichen Momente der speziellen Vorsehung ein. Das dritte spricht die volle Huldigung aus, indem es die große Wahrheit deklarirt, daß das menschliche Gebet keineswegs als ein Tribut an die Gottheit betrachtet werden kann, weil ihr, als der allerheiligsten Quelle aller Heiligkeit von Allem was heilig ist immerwährend Preis und Huldigung zuströmt. Somit kehrt beim Betenden die Ueberzengung ein, daß er mit diesem Akt, wie mit Allem, was wir Gottesdienst heißen, nur seinem eigenen dringenden Bedarf genüget. In dieftm erhabenen Sinn, wie ihn die Rabbinen aussprechen, daß die Andacht nichts anderes als der Gottesdienst des Gemüthes ist, zeigt sich auch die Angemessenheit der drei Nachgebete (עבורה זו תסלה). Das erste davon heißt auch darum die Preisung für den Gottesdienst (ברכתעבורה); und sein Originalschluß: ״Du, dem allein wir in Ehrfurcht dienen" (שאותך לברך ביראה נעבור) ist weit angemessener als die gegenwärtig bei uns dafür angebrachte Variante. Ueber den weitern Anschluß des Dankgebetes (ברבה ההוראה), Bau Chan. IIJ, 1S60' 35

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