Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 11 (1.11.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-11-01
- Page
- Seite 576 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 576 — u. s. w. dem Dualismus des Hormuz und Ahrima» begegnet wird. Beim Abendgebete geschieht dieses paraschasttsch litt מלל מפני חשך; doch fordert hier der Anblick des sichtbar werdenden Sternenhimmels zugleich eine Verwahrung gegen de» Irrglauben des Sabbäismus. Das gleichfalls dem Jschajah entnommene Attribut ה" צבאות שמו drückt dieses auf die bündigste Weise aus. Nach dem VerstäNdniß über den Gott der Natur ist es an der Zeit in den! zweiten Vorgebet (ברכת אהבה) das Gemüth in Dank und Hingebung für die Gnade zu ergießen, die uns Gott durch die außerordentliche Offenbarung hat angedeihen lassen. Das innige Gebet um Erleuchtung in dem Geiste seiner heiligen Lehre, und um Erschließung des Gemüthes zur Empfänglichkeit für dieselbe schließt sich weit natürlicher der nachfolgenden Aussprache des Bekenntnisses an, als es durch die kalte Form geschehen könnte, welche immerhin nnr die Deklaration des Gehorsams ausdrücken möchte. . Auf gleiche Weise .verhält es sich mit dem eigentlichen Pflichtgebete und seinen Jntroduktionsstücken. Bei Allem was die Filologie erörtern und auch durch vereinzelte Beispiele Nachweisen mag, zeigt doch der gangbare Gebrauch des Wortes תפלה, und auch die ihm zugetheilte Partikel בער, daß darunter nur jenes Gebet verstanden wird, wo sich das menschliche Gemüth an Gott um Gewährniß eines Bedarfes wendet. Der Bedarf des Menschen kann bald materiell, bald geistig, bald gemischten Inhaltes sein. Darum bezeichnen auch die Rabbinen ganz richtig die eigentliche Thefillah als Gebet für den individuellen Bedarf (שאילת צרכים). Der individuelle Bedarf hängt von den äußern Zuständen und der innern Stimmung ab. An den Geschäfts- und Werketagen ist das materielle Moment darin vorwaltend, an Fest- und Feiertagen das geistige Element.. In Gemäßheit dieses Unterschiedes sind auch die zwei verschiedenen Formen festgesetzt. In der einen wie.in der ander» aber find die drei Vor- und drei Nachgebete nicht integrirende Thetle der Gebetsfornlel, sondern die Preisgebete, welche hier wie allenthalben der gottesdienstliche« Verrichtung vorangehen und Nachfolgen, und weil sie die einleitenden und schließenden Preisgebete sind, bleibt ihr Typus unverändert.