Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 11 (1.11.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-11-01
- Page
- Seite 574 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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sind, so sehr als Pfltchtenübung betrachtet werden können, daß ihnen sogar die strenge Einführnngsformel vorangehen mnß. Ist doch das Symbol für die Ermöglichung des nachbarlichen Verkehrs am Sabbattag ganz analog dem Symbol der mit Stange und Schnur angebrachten Pfortenformen am Ende der offenen Gassen (NNON צורת, vulgo עירוב); das Symbol für die ungehemmte Festtagsküche ist als Privatbehelf wieder jenem Zeremonielle ähnlich, wodurch an den Fest- und Sabbattagen den Spaziergängen eine zienilich weite Ausdehnung gegeben werden kann (}עירובי תהומי). Es bleibt daher immer der Frage Werth, warum gerade das eine als Pstichtübung betrachtet, und mit einer einleitenden Preisformel versehen ist, und das andere nicht. Hierüber können vielleicht zwei Stellen des Thalmnd einen Ausschluß geben. Einerseits erzählt er, daß ein Rabbi seinem Schüler das wiederholte Vergessen an die Verrichtung des Haus- Zeremoniells mit einem so harten Ausdruck verwiesen hät, wie er sonst nur für die muthwillige Übertretung einer strengen Pflicht gebraucht zu werden pflegt (פושע את); anderseits hebt er gerade dasselbe Zeremoniell als Beispiel heraus, um zu veranschaulichen, daß der Erzvater Abraham wegen der Entschiedenheit seines Wtllens für das religiöse Postulat demselben auch mit dem geringen Umfang seiner Observanzen, im Geiste so sehr genügt habe , als wären von ihm auch die gesuchtesten rabbinischen Anordnungen beobachtet worden. — Hieraus läßt sich schließen, daß bei beiden symbolischen Anordnungen der soziale wie der persönliche Bedarf nur als Behelf gebraucht worden sei, um dutch das eine Zeremoniell die Solennität des Sabbattages, und durch das andere die der Fest- und Feiertage zu manifestiren; und in diesem Sinne mögen beide als eigentliche Pflichtübungen erachtet, und mit dem angemessenen Preiögebet versehen worden sein. Eine andere Frage besteht jedoch darin, warum das Vorgebet zu den Psalterftücken, da ihr Vortrag als eine selbständige Anordnung tu der Morgenandacht oben ansteht, nicht die entsprechende Form einer strengen Pflichterfüllung hat. Es wäre doch nichts Auffälliges, wenn man eben so sagen möchte א' ק' ב׳ ר לקרא פסוקי דומרא , wie man לקרא את ההלל sagt.