Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 10 (15.10.1860) 2. Hälfte
- Date
- 1860-10-15
- Page
- Seite 555 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 555 Die edle, lebenswarme Diktion, die innige, vom Herzen kommende Sprache ist vor Allem dazu geeignet, dies Buch dem Leser Werth za machen, und ihn zu ermuntern, sich mit seinem Inhalte vertrant zu machen. Solche Eigenschaften erinnerten mich beim Dnrchlesen lebhaft an die Gebetsammlung der Schwester des Verfassers der geist- und gemüthvollen Fanni Neuda. Damit vereinigte sich eine gewisse jugendliche Bewegtheit, welche in der Durchführung der einzelnen Themen zwar hie und da ein Schwanken und ein Verschwimmen in's Allgemeine bewirkt, dafür aber das Ganze mit einem eigenthümlichen Zauber gefühlvollen Lebens umgibt. Ich gestehe, daß mich das Buch auf die angenehmste Art sestgehalten hat, und daß ich an den verschiedensten Punkten mich hineinlesend, von der Wärme des Vortrages festgehalten worden, und durch eine Fülle von Gedanken, Anregungen und Wahrheiten belohnt worden bin. Das Ganze zerfällt in 57 einzelne Betrachtungen, welche sich fast über alle Gebiete des religiösen Lebens verbreiten. Eine ansprechende, schwungvolle Kürze ist nicht das letzte Verdienst der Vortragsweise. Der Verfasser, indem, er sich von den Fesseln der homiletischen Form frei machte, hat natürlich das Recht erworben, seine Stoffe mit aller löblichen Freiheit zu bearbeiten. Diese Freiheit schließt aber die Pflicht der streng logischen Durchführung nicht aüs, welche wir der B e tra ch tun g noch weniger erlassen können, als^der g e sp ro ch enen Rede. Das Beispiel Mannheimers ist für unsere jungen Prediger in Oesterreich zu verlockend, als daß wir nicht davor warnen* sollten. Seine großartig angelegten Vorträge deuten schon im Eingänge die Richtung an in's Maßlose und Unbegrenzte; und die Nachahmenden dürfen nie vergessen, wiewol das strenge Kunsturtheil einen» bedeutenden Vorbilde nachzusehen geneigt ist. (Schluß folgt.) 0' בריח אברהם (BeschneidMgsfeier), von צבי בנימין אויערבאך (deutsch Dr. B. H. Auerbach), mit deutscher Uebersetzung und einer literar.-historischen hebräischen Einleitung. Frankfurt am Main, bei Kaufmann 1860. Wir können nicht umhin, diese kleine Schrift, die mit dem Ritual und der Uebersetzung nur acht Druckbogen *ausmacht, als eine für die Wissenschaft insbesondere für die Geschichtskunde sehr bedeutende Erscheinung zu bezeichnen. Wir haben namentlich die genannte Einleitung mit immer steigender Aufmerksamkeit gelesen, und darin nicht nur für die Geschichte unseres Rituals, welches seit einer Reihe von Jahren die gediegensten Kräfte in Anspruch nimmt, sondern auch für die der A n si e d e l un g e n mehrerer Gemeinden im Mittelalter, sowie auch der Verfolgungen, höchst schätzbare Beiträge gefunden. Der Verfasser übergibt uns hier tief eingreifende Forschungen wesentlich verschieden von der oft nur auf Geburts- und Sterbejahre, oder auch aus Schriftentitel ausgehenden literarisch-geschichtlichen Notizen, und für den inner» Zusammenhang der wichtigsten Erscheinungen in: den Schriftwerken der