Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 10 (15.10.1860) 2. Hälfte
- Date
- 1860-10-15
- Page
- Seite 556 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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angesehensten ältern Rabbinen (aus dem 13. und 14. Jahrh.) äußerst lehrreich; zugleich auch unbestreitbare Berichtigungen zu den bisherigen Geschichtsquellen und zu den Ansichten sonst bewährter Kritiker, wie z. B. W. Heidenheim. — Die Beschränktheit unserer Zeit gestattet uns nicht, das Werkchen ausführlich zu besprechen; wir empfehlen es aber mit voller Gewissenhaftigkeit, und gedenken, wofern nicht andere Mitarbeiter dieser Zeitschrift ihm inzwischen ihre Muße widmen, noch einmal darauf zurückzukommen. Dr. Jost. Nie titerär. KrechligKeit Dr. Heiger'8 in JJresfau. Indem D1*. Geiger in dem nettesten Hefte der ״Zeitschrift der D. M Gesellschaft" das Verhältniß des Maimonides zum Thalmud bespricht, sagt er: ״Dieses Verfahren des Maim. verdient noch eiye genaue in's Detail eingehende Untersuchung, vorläufig vergl. Krochmal in he-Chaluz III. 31 u. A. Plungian in Ben Porath (Wilna 1858) S. 44 ff." Die erste der zitirten Schriften enthält aber über den besprochenen Gegenstand nur eine sehr dürftige Notiz, welche bereits bei Hirsch Chajes zu finden ist, und Plungian läßt sich auf eine spezielle Untersuchung gar nicht ein. Dagegen sprach ich mich schon im Jahre 1K54 in meiner ״praktischtn Einleitung in d. h. Sch. und Gesch. d. Schriftanslegung" K. 412. über den fraglichen Gegenstand zum ersten Male mit aller Entschiedenheit aus, und Dr. Geiger sagte mir brieflich, daß ihm das daselbst Vorgeträgene neu sei. Im Jahre 1858, um dieselbe Zeit als der Ben Porath in Wilna unter der Presse gewesen sein mag, erschien in diesem Bl. mein Aufsatz ״zur Maimonidesfrage" (1, 145—157), wo das Verhältniß des Maimonides zurthalmudischen Halacha zum ersten Male mit einer bis dahin nicht versuchten Genauigkeit besprochen wird. Dr. Geiger kennt auch diesen Aufsatz. Warum ließ er denselben unerwähnt? Aus zwei Gründen: 1. weil er nicht öffentlich bekennen wollte, daß er früher von den! fraglichen Verhältnisse keine Ahnung hatte (S. B. CH. I, 148. Anm. u. G.'s Ztschr. 5, 87); 2. wol aus Animosität, weil ich in meiner Abhandlung über die große Synode .seine Zadoliten-Hypothese einen Traum nannte, wofür ich dieselbe bis. auf den heutigen Tag halte. ״Die Koryfäen der jüd. Geschichtforschnng in Deutschland haben auch, so viel ich weiß, den G.'schen Zadokiten nicht entgegen gejubelt. Hr. Dr. G. ließ diesen Aufsatz unwiderlegt, und erklärte in Stein's Volkslehrer blos, daß ihm meine Erklärung bon nicht zusage. Zugleich ließ er aus dem Briefe eines Mathematikers das Zeugniß abdrucken, daß sein Buch — natürlich mit Einschluß der abenteuerlichen, die ganze Geschichte der Periode des zweiten Tempels in ein falsches Licht stellenden Zadokitenhypothese — M pure Wahrheit enthalte. In . Ungarn — dies kann ich verstchern — ist es noch niemals einem Theologen eingefallen, seinen, die Geschichte betrefsenden, gewagten und bestrittenen Annahmen durch das Zeugniß' eines Mathe-