Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 10 (15.10.1860) 2. Hälfte
- Date
- 1860-10-15
- Page
- Seite 548 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 548 חדין! Das thalmudische Verbot, Fische, oder doch eine gewisse Gattung von Fischen zu gleicher Zeit mit Fleisch zu genießen (Pessach. 76, a.)läßt Maimonides gänzlich fallen , weil er die gegebene diätetische Motivirung ungegründet fand — wie allerdings unter verschiedenen Klauseln — schon R.. Sal. Luria (Jam zu Chul. 7, 15.) und R. Moses Soser (Chath. Sos. 1, 101.)• erklären. Dagegen zählt Maimonides ans fistologischen Gründen den Defekt des Oberkiefers (להי העליון) zu den Trefioth (Schechita 8, 23.), worin ihm bedeutende Autoritäten unter Berufung aus den Thalmud widersprechen (I, Dea 33.). Die thalm. Diätetik dient dem Maimonides (Deoth. Absch. 4), nur in denjenigen Punkten zur Richtschnur, in denen sie mit seinen sonstigen Einsichten und Erfahrungen übereinstimmt. Die Geschichte der jüdischen Aerzte von 1)1׳. Carmoly - setzen wir als bekannt voraus; und gestatten uns daher nur noch folgende Bemerkung. Bekanntlich beschäftigten sich die Rabbinen der arabischen Knltnrepoche viel mit der auch im Sohar (3,299) empföhlenen Arzneiknnde, welcher sie in ihren Predigten zahlreiche Parallelen und Vergleichungen entnehmen. R. Salomo Ha-Levi in Salonich, welcher ein Enkel eines portugiesischen Emigranten war und seine Predigtsammlung 1575 vollendete, spricht in einer seiner Predigten von zwei ärztlichen Schulen auf eine Weise, welche Allopathen und Homöopathett ganz deutlich erkennen läßt: הרופאי׳ המרפאי׳ באיריות ההפכיים והמבריאי׳ באיכיות הדומים (Dibre Schelomo 274, a.). Allein trotz seiner Achtung vor der Medizin, und trotz seiner Zitate ans Hippokrates und Galenus tadelt R. Salomo dennoch die herrschende Vorliebe für die Aerzte, wodurch zum Gebete nur' in der äußersten Noth Zuflucht genommen wird, und rühmt die französischen Juden, welche in Krankheitsfällen zunächst die Fürbitte des Rabbinen in Anspruch nehmen (das. 36, b.). Unter den Germanofranken waren in 4>er That die Aerzte nicht sehr einheimisch, dagegen wurden Wunderkuren hoch in Ehren gehalten (B. Chan. II, 156.). Hieraus erklärt sich, daß Raschi den Arzt nur in Rücksicht auf die Beschneidung nothwendig findet. In Galizien und im nördlichen Ungarn müssen auch in unseren Tagen die Aerzte ihre Praxis häufig mit den