Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 10 (15.10.1860) 2. Hälfte
- Date
- 1860-10-15
- Page
- Seite 546 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Heilkunde und Aerzte erscheinen dem konsequenten filosofischen Fataltsmus als überflüssig , dem konsequenten religiösen Fatalismus als ein Aergerniß; die Belege dafür sind nicht in der thalmudischeu Literatur allein, sondern auch in anderen Literaturen zu finden. Im Thalmud ist aber auch die entgegengesetzte, den Arzt und seine Kunst hochschätzeude Anschauung vertreten. Dafür zeugt die im Thalmud häufig verkommende Anwendnng von Arznetmitteln, von denen manche, das Gepräge ihrer Zeit an sich tragend, allerdings abergläubischer Natur sind; dafür zeugt die biblische Ehrenrettung der Aerzte, welche Hr. Rabb. Fein erwähnt. Auf diese Ehrenrettung beruft sich Abaje, Schulhaupt zu Pumbaditha von 322 bis 337, der auch sonst von verschiedenen Hausmitteln spricht, indem er den Schluß des Gebetes vor dem Aderlässe abrogirt wissen will (Ber. 60, a.). Gegen das Ende der Thannaimzeit gewann auch das Studium der Arzneikunde einigen Boden; aber auch aus dieser Zeit werden nur zwei Aerzte namhaft gemacht: Samuel Jarchinai und R. Chanina! Ueber letztem finden sich einzelne dürftige Notizen, reichlicher fließen die Q-nellen über erstem. Die Zusammenstellung Rapoport's, welche Hr. Rabbiner Fein berührt, läßt noch eine Nachlese zu, die zum Theil von Abraham Krochmal geliefert wird (he-Chaluz 1, 71. 72.). Kr. zieht aber aus der Empfehlung der Hand- und Fußwaschungen des Morgens und des Abends den übereilten Schluß, Samuel habe die Prießnitz'sche Heilmethode gekannt!! Die von Jakob Provencali angeführte, höchst interessante Stelle aus der Jernsalemischen Gemara (Dibre Chachamim, Metz 1849), haben wir bisher nicht gefunden, und wäre uns der Nachweis derselben höchst willkommen. Im Allgemeinen genügt indes wol das Gesagte, um darzuthun, daß sowol die Werthschätzung der Medizin, als auch das fatalistische Vorurtheil gegen dieselbe, um thalmudische Anhaltspunkte nicht verlegen sein dürfen. Für die geonäische Epoche ist es interessant, daß R. Nitronai in Pumbaditha (718—738) den Kidduschwein für ein Heilmittel gegen Augenübel hielt (Tur O. CH. 269.)! — Von öffentlichen Krankenhäusern wußte das thal- Mdische und gcomäische Alterthum nichts. (Ueber 2 Kön. 15, 5.