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Ben Chananja · 1860-10-15 · 10 (15.10.1860) 2. Hälfte · p. Seite 536

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
10 (15.10.1860) 2. Hälfte
Date
1860-10-15
Page
Seite 536 (sequence 8)
Language
German
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We Haggada erzählt hierüber folgende Anekdote: Auf die Frage einer Matrone, womit der liebe Gott sich seit dem vollendeten Schöpfungswerke beschäftige, antwortete R. Jose b. Chalaftha: ״Er stiftet die Ehen!" Die Matrone rühmte sich dasselbe thun zu können , und paarte Tausend Sklaven und Sklavinnen zu einander. Aber schon am andern Tage mußte sie die Erfahrung machen, daß einem Ehegenossen ein Fuß, einem andern ein Auge fehlte, einem dritten der Kopf wnndgeschlagen war. Sie ließ sogleich den Rabbi rufen, um sich für überwunden zu erklären. Ein dogmatisches Gepräge erhält die Doktrin erst von der Haggada des dritten Jahrhunderts; die derselben zu Gründe liegende Reflexion wird unverkennbar von monogamischer Anschauung getragen 12). Aus dem vierten Jahrhundert: ״Mel Weiber, viel Zauberei"; indem jedes Weib sich bemüht, ihren Nebenbuhlerinnen den Vorrang abzugewinnen, werden oft auch Zanbermittel in Anwendung gebracht B. Eineheliche Elemente der thalmud. Halacha. Die angeführten Sprüche sind sämmtlich palästinensischen Ursprungs. In Palästina hat aber auch die thalmudische Gesetzgebung, vielleicht unter römischem Einflüsse, insofern eine eineheliche Richtung genommen, als sie, ohne die Erklusivität der Einehe anzuerkennen, der ersten Gattin gegen die polygamischen Uebergriffe des Gatten Schutz gewährte. In dieser Rücksicht ist selbst innerhalb der thalmudischen Zeit der Fortschritt nicht zu verkennen. Von der Anschauung ausgehend, daß die Kindererzeuguug der Hauptzweck der Ehe ist (S. oben S. 222), seht die Mischna fest, daß der Gatte, nach zehnjähriger kinderloser Ehe nicht müßig bleiben dürfe." Welche Ansprüche in diesem Falle die kinderlose Gattin habe, wird nicht gesagt. Die, Thosistha nimmt dieselbe ausdrücklich in Schutz, und will ihr, wenn der Gatte zu einer zweiten Ehe schreitet, den Scheidebrief und die donatio propter nuptias (כתובח) gesichert wissen "). Noch weiter geht R. Ame ha-Kohen in Tiberlas, einer der gefeiertesten Lehrer des drite ten Jahrhunderts. Er spricht den Grundsatz auö : ״Wer zu sei-

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