Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 10 (15.10.1860) 2. Hälfte
- Date
- 1860-10-15
- Page
- Seite 535 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 535 — So R. Akiba b. Josef, dessen Weib mit solcher Liebenswürdigkeit geschmückt war. R. Trvfon,. der reiche Gutsbesitzer in Lydda, will denjenigen reich genannt wissen, der hundert Weingärten, hundert Aecker und hundert Sklaven besitzt. R. Akiba hatte auch gelehrt: ״Bei treuen Gatten weilt die Schechina, untreue verzehret Feuer." R. Jose der Chronist versichert: ich habe mein Weib nicht anders genannt, als: ,-mein Haus!" R. Jehuda I., der Patriarch, der vom Glanze eines kleinen Hofstaates umgeben war, lebte einehelich, und schärfte seinen Söhnen auf dem Sterbebette ein, ihre Mutter in Ehren zu halten"). Aus dem dritten Jahrhundert; ״Wer sein Weib liebt, wie sich selbst, und dasselbe mehr ehrt, als sich selbst. . . . an dem erfüllt sich der Spruch: Und du weißt, daß deine Hütte in Frieden ist (Job 5, 24.)." — ״Es bete Jeglicher zu dir, daß er finde — ein gutes Weib!" So ergänzt den Schriftvers Ps. 32, 6. R. Chanina, der die Würde der Frauen auch sonst zu schätzen weiß (S. oben S. 222. Anm. 20.). — ״Dreier Dinge befleißige sich der Mensch: der Chaliza, der Friedensstistung und der Auflösüng von Gelübden." Der Vorzug, welcher hier der Chaliza vor der Leviratsehe eingeräumt wird, hat, wie der Zusammenhang zeigt, sicherlich eineheliche Tendenz. Einen Uebergang von der Pölygamie zur Monogamie bezeichnet die höhere Bedeutsamkeit, welche der ersten Ehe beigelegt wird: ״Selbst der Altar vergießt Thranen über denjenigen, der sich von seinem ersten Weibe trennt!" Sehr geläufig ist den Haggadisten deö dritten Jahrhunderts die Doktrin, daß Ehen im Himmel geschlossen werden (VonjuKi» sunt fatalia), und zwar nicht in der allgemeinen Beziehung, wiefern eine höhere Hand über Alles waltet, was auf Erden sich verbindet und trennt, sondern im allerspeziellsten Sinne, wiefern jeglichem Manne seine Ehehälfte vorher bestimmt Wird. In allgemeiner Beziehung sagt schon die Schrift: ״Haus und Reichthum sind Erbgut von den Vätern, aber vom Ewigen kommt ein verstäubtgeS Weib (Spr. 19, 14.)." Im Buche Tobi hat die Doktrin schon eine viel speziellere Tendenz. Hier spricht der Engel in Beziehung auf Sara zu Tobi: ״Fürchte dich nicht, denn sie ist dir von Ewigkeit her bestimmt (6,17.)!" Die palästinen-