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Ben Chananja · 1860-10-15 · 10 (15.10.1860) 2. Hälfte · p. Seite 534

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
10 (15.10.1860) 2. Hälfte
Date
1860-10-15
Page
Seite 534 (sequence 6)
Language
German
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~ 534 Ein auf dem Gebiete des Thalmud nur einiger Massen geübteS Nrtheil wird leicht erkennen, daß diese Anekdote Wahrheit und Dichtung enthalte. Aber selbst, wenn das Dutzend von Ehen, welche Ein Mann unter den Auspizien R. Jehnda'S des Heiligen schließt, ganz und gar erdichtet wäre, so würde doch auch die Erdichtung hinreichend beweisen, wie unverfänglich zu jener Zeit die Polygamie dem Volksbewnßtsein erschien. Die Mischna erzählt daher auch mit aller Unbefangenheit, daß sich Jemand mit einem Korbe frischer Feigen fünf Weiber angelobt habe, daß aber nur die Trauung dreier derselben für giltig erklärt wurde, indem die beiden übrigen Schwestern waren! Von den polygamischen Ausschreitungen m Jerusalem kann man sich leicht einen Begriff machen, wen» man bedenkt, daß nach der Relation der Mischna in die Jerusalemischen Ehekontrakte nicht nur Jahr und Tag, sondern auch die Stunde der Vertragsschließung angemerkt wurde , um der früher Geehelichten die Priorität der Ansprüche auf die Hinterlassenschaft des Gatten zn sichern! Angesichts dieser Zeugnisse, zu denen noch die allerdings blos imaginäre Polygamie R. Tryson's hinzngefügt werben kann 9), ist es nur von geringem Belange, wenn die Mischna aus die Absicht, eine polygamische Ehe zu schließe«, nicht reflektirt (Jebam. 2, 9. 10.), woraus Dr. Fr. so viel Gewicht legt. Die Zahl derer, denen ihr Wohlstand gestattete, mehrehelich zu leben, war natürlich zn keiner Zeit so bedeutend, daß das Zeugniß eines verheirateten Mannes, wodurch der Tod eines Gatten konstatirt werden sollte, wegen der zu supponirenden Absicht des Zeugen ans die Gattin desselben hätte verdächtiget werden könneu 10). Wir Haben indeß nicht nöthig, diese Mischna herbeiznziehen, um im Thalmud auch monogamische Elemente nachznweise». Derselbe ist auch sonst nicht arm an haggadischen und halachischen Elementen, deren eineheliche Tendenz nicht zn verkenneu ist. Folgendes ist der erste Versuch, diese Elemente zusammen zu stellen. A. Einehekiche Elemente der thalmvd. Haggada- Aus dem zweiten Jahrhundert: ״Wer ist yeich? Wer ein Weib besitzt, das liebenswürdig ist in seinem״ Thun."

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