Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 10 (15.10.1860) 2. Hälfte
- Date
- 1860-10-15
- Page
- Seite 532 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 532 — rtas: ״Die Wahrheit und den Frieden liebet (8, 19.)!" — Die babilonische Gemara macht das Verfahren der Häuser Schammai's und Hillel's zum Gegenstände' einer weitlänfigen Verhandlung, auf welche wir hier nicht weiter eingeheu,'uns auf den Nachweis beschränkend, daß weder Schammai's noch Hillel's Schule die Mehrweiberei perhorreszirte«). Unmittelbar nach dem Falle Jerusalem's und Masseda's waren die politischen und sozialen Verhältnisse in Palästina sicherlich nicht geeignet, der Mehrweiberei Vorschub zu leisten. Allein dem blutdürstigen Domitian folgte ans dem römischen Throne der gerechte und wohlwollende Nerva. Und wenn auch dessen Regierungszeit zu kurz war, um die von seinem Vorgänger geschlagenen Wunden zu heilen; so lebten doch die jüdischen Gemeinden in Palästina auch unter Trajan, — obschon oder vielleicht weil derselbe mit den Juden in Persiess, Egypten, und auf der Insel Zypern blutige Kriege zu führen hatte, — in Ruhe und in Frieden. In Folge der veränderten politischen und sozialen Lage wurde die Mehrweiberei wieder einheimisch, so daß der Faden der alten Diskussion wieder ausgenommen wurde. Der hierauf bezügliche Bericht lautet: ״In den Tagen des R. Doffa b. Harchina's betrachteten Viele die Leviratsehe mit der Nebenfrau der Tochter (!צרו־ הבת) als zulässig, indem sie sich auf eine für sie sprechende Entscheidung eines Ben Harchina's berufen. Da nun R. Doßa eine viel zu anerkannte Autorität war, als daß seine Meinung unberücksichtigt bleiben durfte; da er aber andererseits, im hohen Greisenalter stehend, und des Augenlichtes beraubt, im Lehrhause nicht erscheinen durste: so begab sich eine Deputation zu ihm, um den Gegenstand zu besprechen. Nachdem er ״ den Führer der Depuration, U Josua b. Chananja, hatte Platz nehmen lassen, stellte ihm dieser seine beiden Genossen , R. Eleazar b. Azarja und R. Akiba b. Josef, vor. An erstem richtete R. Doßa die Worte: ,-Hat also unser Freund Azarja einen Sohn? Ich war jung und bin alt geworden, und nie sah ich den Gerechten verlassen, »nd seinen Samen suchen nach Brod (Pf. 37, 25.)." Zu letzterem׳ sprach er: ״Bist du Akiba, der Sohn Joses's, dessen Ruhm die Welt erfüllt? Setz dich, mein Sohn! Möge« Männer deines