Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 10 (1.10.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-10-01
- Page
- Seite 523 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 523 — Mlfem Gott, das Offenbare für uns und unsere Kinder auf ewige Zeiten." Offenbar aber kann keine der drei menschlichen Manifestationen von den andern getrennt, als thätig anfgefaßt werden, und offenbar ist es, daß alle drei znfammen als Einheit des menschlichen Wesens — wenigstens der Entwickelung und der Wirkung nach — in die Erscheinung treten, wenn wir auch das Geheimniß dieses vereinigten Bestehens nicht auffaffen. Um aber über das menschliche Wesen denken zu können, müssen wir uns an das halten, was in die Erscheinung tritt. Dies mag auch vielleicht Göthe's Ideengang gewesen sein, wenn er seinen Faust (im zweiten Theile) — nachdem dieser bereits zur Ueberzeugung gelangte, daß sein Bemühen, in's Innere der Natur einzudringen, um zu erkennen, ,.was die Welt im Innersten zusammenhält", vergebens sei — ausrufen läßt: ״Sinne nach, und du begreifst genauer, am farbigen Abglanz haben wir das Leben", d. h. an der Erscheinung, das innere Wesen der Natur und des Menschen aber bleibt der menschlichen Forschung verborgen. Was vom Menschen in die Erscheinung tritt, zeigt deutlich darauf hin, wie innig Geist und Gemüth mit dem Körper verbunden seien. (Zu vergleichen den Biur von Mendelssohn im 2. Buche Moses im 4. und 7. Kapitel). Die regere oder gestörte Thätigkeit der erstern erregt oder stört auch die Thätigkeit des letztem, und ebenso umgekehrt. Wer wüßte es nicht, daß ein kranker Mensch keine kräftigen Gedanken hervorbringt; daß ein sehr aufgeregtes Gemüth und die gestörten Geistesfunktionen störend auf den Körper zurückwirken? (mens sana in corpore sano.) Was nun soeben von der innigen Vereinigung des Körpers mit dem Geiste und dem Gemüthe gesagt wurde, muß auch von der noch innigem Vereinigung des Geistes mit dem Gemüthe im Besondern gelten — obzwar beide nicht in die sinnliche Erscheinung treten — da doch alle drei zusammen die Einheit des menschlichen Wesens darstetten. Je harmonischer ein Mensch nach der Richtung seiner drei Manifestationen entwickelt und ausgebilder ist, desto vollkommener ist er zu nennen, und desto vollkommener wird auch die Funktion jeder einzelnen Manifestation sein. Dahin spricht sich auch Göthe aus: ״Wer nicht überzeugt ist, daß er alle Manifestationen des menschlichen Wesens, Sinnlichkeit und Vernunft, Einbildungskraft und Verstand zu einer entsMdenen Einheit ausbilden müsse, welche von diesen Eigenschaften auch bei ihm die vorwaltende sei, der wird sich in einer unerfreulichen Beschränkung immerfort abquälen, und niemals begreifen, warum er so viele hartnäckige Gegner hat, und warum er sich selbst manchmal sogar als augenblicklicher Gegner aufstößt." — Niemanden wird wol einfallen, eine Leiche noch einen Menschen zu nennen, obwol der Körper der Aeußerlichkeit nach, zum großen Theile einen Menschen gleicht. Warum? weil sich eben das menschliche Wesen nur als Körper manifestirt, und nicht auch zugleich als Geist und Gemüth; und das menschliche Wesen unter dieser einen Manifestation (als Körper) kann nicht einmal die Funktion dieser (des Körpers) .ansüben, er kann sich nicht bewegen, denn