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Ben Chananja · 1860-10-01 · 10 (1.10.1860) 1. Hälfte · p. Seite 511

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
10 (1.10.1860) 1. Hälfte
Date
1860-10-01
Page
Seite 511 (sequence 15)
Language
German
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♦ — 511 — ä l’adopter ä l’unanimite (das ist eine unerhörte geschichtliche Dreistheit, die allerdings nach 700 Jahren ohne allen Beweis behauptet worden!) comme code religieux, et d’uncommun accord il fut ddcidd, qu on ne pourrait plus rien y ajouter, rien en retrancher Freilich kann ein Rabbi sich auf Maimoni's Vorrede stützen. Aber ist das ein geschichtlicher Beleg zu solch einer höchst wichtigen Aussage, die rein aus der Luft gegriffen ist? — Man weiß, daß vom achten bis zum zwölften Jahrhundert, und noch weiter, heftige, noch vorhandene Federkriege zwischen Karaim und Rabbanim geführt worden. Offenbar hätten letztere die allgemeine Uebereinsttmmung aus dem sechsten Jahrhundert geltend gemacht, wenn jemals solch ein Akt vorgekommen wäre, oder auch nur als Ueberlieferung stch erhalten hätte. Mit solchen unbegründeten Schilderungen schadet Hr. Klein seiner eigenen Sache, denn das kann man nicht: La vörite sur le Talmud nennen. Im Uebrigen vertheidigt Hr. Klein den Thalmnd sehr gut und siegreich seinen Feinden gegenüber, und wir können diesen wesentlichen Theil seiner Schrift, obwol wir keineswegs seinen Begriffen von der tiefen Wissenschaftlichkeit der Thalmudisten beipflichten, allen denen empfehlen, welche Gelegenheit haben, ihn gegen thörichte Tadelsucht in Schutz zu nehmen. In der That wissen wir auch nicht, warum man nicht so manche Beweise von Unwissenheit, ja selbst von verderblichem Aberglauben, in Aeußerungen derer, die vor vielen Jahrhunderten, umgeben von Dunkelheit und grober Unkunde, und noch dazu abgeschieden von der Welt und auf Grübelei hingewiesen, weil ihnen die Wege zum Selbstbeobachten und die Mittel zum Fortschreiten fehlten, gelten lassen kann. Sind ja doch die gleichzeitigen Werke der sich viel freier bewegenden Gelehrten voll von ähnlichen Verflössen! Es wäre wirklich ein Wunder, wenn die Inden allein frei geblieben wären von den Einwirkungen der Zeiten, und wenn die grauenhafte Verwilderung der Sitten in depjenigen Ländern, welche ihnen kaum gestatteten, die Luft einzuathmen und ruhig zu verwesen, nicht ihre Ansichten von den Zuständen der Welt sehr getrübt, und manche Bitterkeit eingemischt hätte! — Wir sollten billigerweise uns von der Krankheit unserer Zeit los machen, welche die Fantasie der Alterthumsfreunde so ohne Maß und Ziel ergreift, daß sie die mißgestaltetsten Karrikaturen neuhebr. Sänger als herrliche Kunstschöpfungen bewundern, während dieselben überall von den Zerrbildern ungeschickter Schnörkelfiguren strotzen. Man kann die Mittelstufen früherer Entwickelun«

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