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Ben Chananja · 1860-10-01 · 10 (1.10.1860) 1. Hälfte · p. Seite 509

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
10 (1.10.1860) 1. Hälfte
Date
1860-10-01
Page
Seite 509 (sequence 13)
Language
German
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— 509 — Es ist klar, daß ein anderer Standpunkt eine sehr verschiedene Anschauung gewähren würde, ohne gerade die wesentlichsten Ergehniffe abznändern. Aber dennoch kann man diese nur recht würdigen, wenn man den Gesichtspunkt genau kennt, von welchem ein Vers, ausgeht, und dies ist um so nöthiger, als in Streitsachen sich eine gewisse Einseitigkeit voraussetzen läßt, die ein freierer Blick als ein Hinderniß durchgängiger Klarheit betrachten muß. Wirklich dürfte sie hier bei vielen Lesern Bedenken erregen; wir müssen dies aber dem billigen Urtheil anheimstelle». Nur das dürfen wir nicht verhehlen, was die Anschauung des Verfassers wirklich getrübt hat, und nothwendig eine Berichtigung erfordert. Wir glauben dies den Lesern der gedachten Schrift nicht verhehlen zu dürfen, weil eine Wiederholung bestimmter Jrrthümer offenbar ihren Zwecken geradezu schaden würde. Die alten Ansichten von der Entstehung und dem Fortgange der Tradition sind hier aufrecht erhalten. Das ist von dem Standpunkte des Bs. aus ganz in Ordnung. Aber die Geschichte durfte darunter nicht leiden. Das ist aber der Fall, wenn, wie hier, die Mittelglieder gänzlich übergangen werden. — S. 18—19 führt der Vers, die geschichtliche Einleitung zu Aboth an, welche die Tradition nur bis zür großen Synagoge fortführt, und springt dann, nach einigen kurzen Bemerkungen über den weitern Gang der Tradition, plötzlich aus Juda Le Saint herab, ohne die Art, wie sie sich in den sieben Jahrhunderten dazwischen entwickelt habe, anzndeuten. Weder die Einsetzung oder Fortbildung des Synedrions, noch die Schulen, noch die Leistungen der großen Männer, Simon b. Schetach, Hillel, Johanan b. Sacchai, Gamfiel u. A. finden hier ein Andenken, und selbst die ersten Thanaim sind übergangen. Eine Tradition muß eine Kette bilden, und fehlen die Mittelringe, so ist sie zerrissen. Es ist demnach jedenfalls ein Mangel, wenn jene unerwähnt bleiben. Hier hat dies die Wirkung gehabt, daß die Darstellung der Art, wie die Mischnah entstanden ist, historisch unrichtig ausgefallen ist. Man höre: (P. 18.) Un homme sorti de la race royale de David et de la tribu qui avait donnö le premier roi 4 Israel, aussi eslsbre par son savoir que par la saintete de sa vie, venörö parses corröligionnaires qui lui donnsreut le titre הקדוש le saint, et l’ami de l’empereur Antonin lePieux resolut d’ dlever ä la tradition un monumcnt durable pour la prsserver de l’oubli. — Muß man nicht glauben, dieser Un homme ... wäre wie der Messias vom Himmel herabgestiegen, oder wäre eine Art Peter von Amiens? Wie konnte ein Rabbiner die, übrigens nur sagen-

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