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Ben Chananja · 1860-10-01 · 10 (1.10.1860) 1. Hälfte · p. Seite 503

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
10 (1.10.1860) 1. Hälfte
Date
1860-10-01
Page
Seite 503 (sequence 7)
Language
German
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— 503 — Nun haben wir auch einen Präzedenzfall aufgefunden, daß nämlich auf der Fahne des vierten Truppenkorps in der Wüste פדק״ב als Endbuchstaben der Erzväter gestanden, welche Fahne auch Judas gewählt haben mag, und daher den Namen Makkabäer erhalten. Es bleibt uns blos der eine Umstand zu erörtern übrig, warum Judas gerade diese Fahne gewählt. Jbn Esra (III. M. 2.) erklärt, daß die vier Fahnen auch mit gewissen Bildern versehen waren, und zwar hatte die erste Fahne das Bild eines Löwen, die zweite Fahne das Bild eines Menschen, die dritte das Bild eines Stieres und die letzte daS Bild eines Adlers*) zum Sinnbilde gehabt, analog jener göttlichen Erscheinung, wie sie der Profet (Hesek. 1, 10.) gesehen. Dieser Gebrauch, die Fahne wie auch die KriegSgeräthe, mit gewissen Abzeichen zu versehen, war dem hohen Alterthume ganz und gar nicht fremd; so versichert schon Plmius (L. 35, K. 3.), daß im trojanischen Kriege die Helden auf ihren Waffengeräthen verschiedene Gestalten und Figuren hatten: Leonlis qualibus apud Trojarn pugnatum est continebantur imagines. Diodor von Sizilien (L. 2.) erzählt, daß Asyres zwei Söhne hatte, Anobus und Mazeda, die ihm überall begleiteten; Anobus hatte auf seiner Waffe das Bild eines Hundes, und Mazeda das Bild eines Wolfes. Obgleich das mosaische Gesetz streng die Abbildung irgend einer Gestalt verbot (II. M. 20, 4.) so erstreckte sich dieses Verbot blos auf Skulpturen, keineswegs aber auf Malerei oder Stickerei; ja, Moses selbst befahl (II. M. 26, 1.), daß bet den Vorhängen der Stiftshütte die Chrubim in Stickarbeit angebracht werden, warum sollte also dasselbe nicht auch bei den Fahnen erlaubt sein? Es ist ferner bekannt, daß eben zur Zeit der Makkabäer-Kriege Rom seine Weltenrolle zu spielen angefangen; was war also natürlicher, als daß auch Judas sich um die Gunst dieser so mächtigen Nation zu bewerben suchte, auch schloß wirklich in der Folge der römische Senat ein Bündniß mit ihm, und ließ auf erzenen Tafeln ein Dekret eingraben, vermöge dessen die In- *) Wenn daher Israel unter dem Bilde des Thieres dargestellt wird (Ps. 68, 11. 74, IS.), so hätte dies hiemit seine Erklärung.

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