Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1860-09-15 · 9 (15.9.1860) 2. Hälfte · p. Seite 490

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
9 (15.9.1860) 2. Hälfte
Date
1860-09-15
Page
Seite 490 (sequence 26)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2542917-2543076-2543087--1719-2545436
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 490 — anregend wirkten. — An diese schloß sich nun in neuester Zeit der ,,liebliche Schatz" mit seinen Kostbarkeiten an, der einige neu edirte Aufsätze aus deck Mittelalter ausgeuomcken, sich ausschließlich mit Untersuchungen auf dem Felde der höher» Kritik beschäftigt. Von diesen haben wir hier den׳ dritten Jahrgang vor uns. Dieser enthält ebenfalls einen Schatz kostbarer Edelsteine und lieblicher Perlen von den bewährtesten Meistern aus dem Schachte der jüdischen Wissenschaft zu Tage gefördert. Es genügt zu seiner Empfehlung nur der Umstand, daß von den 16 (eigentlich nur 14) Nummern fünf den unerschöpflichen Professor Luzzatto zum Verfasser haben. Gleich Nro. 2. die Vorrede zu Koheleth, eine meisterhafte Nachahmung des mittelalterlichen Stils, sehr kunstvoll. Das liest sich so angenehm wie ein Gedicht, und doch welch kritischer Geist, welcher Scharfsinn! Stellen wie das וכל עמת. עלה מבבל ,והוא נגזר מן כל קבל, gehören zu den gelungensten in diesem Genre. Nur scheint die S. 24 vorkommende Anklage gegen Wendelsohn unbegründet. Siehe.dessen Sache Gottes oder die gerettete Vorsehung M 43, 45, 73, 83. Die mitgetheilten und kommentirten Gedichte, von R. Jehuda Halewi und M. ben Esra (Nro. 5), find ein kostbares Geschenk für Freunde der hebr. Poesie*). ... Am interessantesten jedoch ist die unter Nro. 12 mitgetheilte Korrespondenz zwischen dem PastorprimariuH CH. Th. Unger und vr. Cantarini vom Jahre 1717. Der Pastor, der solche hebräische Briese schrieb, der soviel Eifer für jüdische Wissenschaft und Bibliografie zeigte, hat sonst keine in diese Fächer einschlagende Werke hinterlassen**)? Was den Stil aubelangt, ist unter den übrigen Aufsätzen Karmoly's Biografie Akschakars (Nro. 9), als Ln schöner biblischer Einfachheit gehalten zu erwähnen. Auch D1\ Lövi schreibt seine geistreichen. Aufsätze (Nro. 4 und 16) in einem sehr guten hebräisch, besonders gelingen ihm Sentenzen und Sprüche aus anderen Sprachen, so N12M2 הקצה אל הקצה S. 32 und הנה כמו אוד בידי עלר S. 169. Minder glücklich scheinen seine mit großem Scharfsinne aufgestellten Konjekturen über die Namen der Essener und Zad. S. 38 ff. und 172. die Abhandlung, über die Mischna Mhagigah 2, 2. darf was הריצות und בקיאות anbelangt, dem besten Chiluk M frühem Zeit an die Seite gesetzt werden, nur ist S. 28 zu. bemerken, daß bei uns in der Brajtha aus Seder Olam לא היו מדבי^מהלוקת zu lesenist, wodurch der Widerspruch gehoben ist Ebenso fehlt in der S. 29 zitirte Mischnah bei uns das דבי, wodurch die vierte Frage daselbst-wegfällt. S. 177 kann er in dem *) Seite 47 ist in der 26. Note eine Aufforderung des Hrn. Professors eine bessere Erklärung des Verses: עדי להם הרעתי ולא הרעתי zu versuchenich wage daher folgende: Als ich mein Jammergeschrei zu ihnen erhob '(vom הריע) erging es mir da nicht noch schlechter. — Vielleicht auch: Während ich ihnen Böses zufügen konnte, handelte ich doch nie so übel. **) S. Wolf Biblioth. I. Dorr. -S. 10. 16. und die Nachweise bei Zunz zur Gesch. S. 438. Ned. ׳

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.