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Ben Chananja · 1860-09-15 · 9 (15.9.1860) 2. Hälfte · p. Seite 485

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
9 (15.9.1860) 2. Hälfte
Date
1860-09-15
Page
Seite 485 (sequence 21)
Language
German
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2l 1—219. Reggio's Briefe 1, 55—64). Diesem Satze wird gewiß kein jüd. Theolog widersprechen. Da aber gelehrte und ungelehrte judenfeindliche Schrift-׳ stetter nicht müde werden, aus einem Theile der nachbiblischen jüdischen Literatur Waffen zum Angriffe gegen die Reinheit der jüd. Ethik zu holen, so wäre es allerdings wünschenswerih, daß eine Rabbiner-Konferenz diese Frage in die Hand nehme, und dieselbe nicht mit einer unmotivirten Erklärung, sondern mit einer gründlichen, historisch-kritischen, der jüdisch-theologischen Wissenschaft vollkommenen würdigen Abhandlung endgilrig erledige, deren Resultat ganz gewiß von alten Rabbinen der Monarchie bekräftiget würde. Das Wesentliche der Frage erkannte schon 1841 ganz richtig der Schreiber des hebr. Aufrufes in der von Creizeuach und Jost redigirten hebr. Zeitschrift Zion (121— 125). Kompert's Meisterschaft ist viel zu bekannt, als daß sein ״Jahrzeit" (240— 296) unseres Lobes bedürfte. Möge es dem von allen seinen Glaubensbrudern in der österr. Monarchie mit Recht verehrten Herausgeber gestattet sein, dem Wöhle und der Ehre Israels noch eine lange Reihe von Jahren seine fruchtreiche Thätigkeit zu widmen : ברכות שמוים . . . תהיין לראש 1) יוסף M^ 49, 25. 26.)! Winte r's Jahrbuch hat in seinem zweiten Jahre einen mächtigen Fortschritt gemacht. Die werthvollsten Beiträge find: Regierung Kastmir's des Großen von Sternberg (1—10); Mendelssohn und Gr. Wilhelm von Schaumburg-Lippe, von Kayserling (10—15); das jüdische Schulbuch, von Jost (15—23), eine tief durchdachte, allen Lehrern sehr zu empfehlende Arbeit, welche besonders diejenigen berücksichtigen mögen, die auf die Einführung jüd. Schulbücher Einfluß haben; die geistreichen Sabbatwörtlein (59—71), von Szäntü; und der trefflich geschriebenen Mejüches (71—77), von Landau. Für die richtige Behauptung, daß der Mejüches eine polnische Erscheinung sei, find S. 72 die Beispiele sehr unpassend .gewählt. Der Vers, des Machazith ha- Schekel, Samuel Ha-Levi, wurde in Kollin geboren und ist in Boskowitz (Mähren) gestorben. Der Vers, des Roda Bijhnda war ein Pole, aber seine Nachkommen find großen Theils in Böhmen. Zwei seiner Enkel dienen als Offiziere in der k. k. Armee. Bon den Enkeln eines Mharam kann vollends die Rede gar nicht sein, wenn nicht eine nähere Bestimmung hinzugefügt wird, etwa Mhr. v. Lublin, M. Schiff, M. Eisenstadt. ״Schelu" ist auch kein ״zusammengezogener Name, nach den Anfangsbuchstaben des Autors", sondern bekanntlich eine Abbreviatur von שני לוחות תברית, dem vielverbreiteten Werke von Jesaj. b. Abr. Ha-Levi Horwitz. Hr. L. hat fich seit vielen Jahren nicht mit hebr. Literatur beschäftigt, daher ihm derlei Spezialitäten nicht mehr geläufig find. Wir bemerken dies ausdrücklich, weil sonst entfernte kundige Leser des Jahrbuches auf den Gedanken kpmnren könnten, es gehöre in Pest zum guten Tone, in rabbinisch-literärischen Dingen Blößen zu geben. Desselben Verfassers, mit Liebe gearbeiteter Vorschlag zur Reorganisation der Pester israel. Kultusgemeinde (41—53), wird bei letzterer ohne Zweifel die wohlverdiente Beachtung finden. Daß die gegenwärtige Verfassung der Pester Gemeinde

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