Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 9 (1.9.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-09-01
- Page
- Seite 461 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 461 ־— Rede. Der junge Rabbiner erfreut sich der ungetheilten Liebe der ganzen Gemeiude, und er ist derselben sowol durch sein gründliches Wissen, als durch seiuen gediegenen Charakter vollkommen würdig. Päpa, 22. August. Am 18. d., als am Geburtsfeste Sr. Majestät des Kaisers, fand an unserer israel. Hauptschule eine diesem hohen Feste würdige Feier statt. Herr Direktor Elias hielt eine Rede, welche aus die BibelstelR ויתרון ארץ ניכל היא (Koh. 5, 8.) bafirt, in sehr gediegener Weise erör- Lerle, wie das Glück eines Staates nur in dem glücklichen Befinden aller seiner einzelnen Theile — und aller seiner Angehörigen bestehet. Die zahlreichen Anwesenden, worunter die ersten Personen des hiesigen löblichen k. k. Stuhlrichteramtes, spendeten dem geschätzten Redner vollen Beifall*). Zur der in der hiesigen katholischen Kirche stattgehabten St. Stefansfeier wurden die hiesigen jüdischen Vorsteher und durch selbe sämmtliche hiesige jüdische Einwohuer geladen. Unser greiser Stadtpfarrer v. Kößegi hielt die Festrede, welche rein humaner Natur war. Sehr gelungen waren seine Parallelen: zwischeu der, was Moses und Salomon den Israeliten und König Stefan (als Begründer des Glaubens und Erbauer der Kirchen) den Ungarn war. Körmend, Ende Juli. Die hiesige israel. Gemeinde zählt ca. 200 Familien. Nach der Vertreibung der Juden aus Spanien, kamen auch welche in hiesiger Gegend (?) und erhielten von den. einzelnen regierenden Fürsten und Grafen Schutz und Beistand. Die hier in der Nähe gelegene Stadt Rechnitz bildete zur damaligen Zeit einen jüdischen Wallfahrtsort; alle Juden der umliegenden Gegend brachten ihre Produkte dorthin zum Verkaufe, und zwar wurde dieser große Markt immer in Elul abgchalten, damit die Juden der ״Medina" die Buß- und Festtage dort halten konnten. Die hiesige Gemeinde mag vielleicht schon nahe an 150 Jahre bestehen; an den hiesigen Fürsten, Filipp v. Batthyäny hatte die Gemeinde einen steten Wohlthäter. Er unterstützte dieselbe in mehrfacher Hinsicht; so schenkte er ihr sehr viel Material zum Bau des jetzigen Tempels; lieferte ihr alle sonstigen Materialien, auf Zeit, ohne Zinsen; ferner wurde die Gemeinde mit mehreren Grundstücken zum jetztgen Friedhofe beschenkt. — Nach den Grabsteinen auf dem alten Friedhofe zu schließen, wirkte ohngefähr vor 60 Jahren ein Rabbi, Namens Falk hier. Er war derjenige, welcher mit Rabbi Eliaser Kalter, Verfasser des Or-Chadasch im Streit lebte, weil Falk im hiesigen Orte wieder gesetzlich eine Ehescheidung veranstaltete. Mit Bezug hierauf findet sich im Nada b. Jehuda von R. Ezechiel Landau ein Brief an ihn, worin er, einen strengen Verweis von ihm erhielt**). Ihm folgte Götz. Bodansky, ein herrlicher Rabbiner, der 39 Jahre *) Auch unsere anderen Korrespondenten melden einstimmig, daß das Geburtsfest Sr. Majestät in den Synagogen auf sehr solenne Weise gefeiert wurde. Red. **) N. Bih. II. 2, 105. 106. Der Streit, welcher außerordentliches Aufsehen machte, betraf zum Theil die Schreibung des Sradtnamens Körmend,