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Ben Chananja · 1860-09-01 · 9 (1.9.1860) 1. Hälfte · p. Seite 462

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
9 (1.9.1860) 1. Hälfte
Date
1860-09-01
Page
Seite 462 (sequence 30)
Language
German
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— 462 — hier furrgirte; die Gemeinde liebte und schätzte ihn sehr. Er war ein großer Pilpulist, dabei verband er attischen Witz und Toleranz. Er hinterließ mehrere Werke im Manuskript, welche für das orthodore Judenthum sehr nützlich sei» dürsten. Sein Sohn, der nunmehr ebenfalls hi'er in einer Reihe von 15 Inhren als Rabbiner lebt, möchte selbe der Oeffentlichkeit übergeben, wenn die Herausgabe derselben nicht so große Geldopfer erfordern würde. Die hiesige Jugend wurde bisher von Privatlehrern unterrichtet, was zur Folge Hatte, daß die Kinder der Reichen wohl etwas, die Armen aber gar nichts lernten. Die sogenannten Chederen verfielen nach und nach und die Sehnsucht eines jünger« Geschlechts, das Bedürfniß allgemeiner Bildung forderte auf, eine Anstalt von ganz anderer Bedeutung und tieferem Inhalte zu gründen. Schon lauge hegte der würdige Herr Preßbnrger diese Idee, konnte sie aber nicht zur Ansführung bringen, weil er immer auf Widerstand stieß. Schon vor geraumer Zeit überließ Se. Durchlaucht Fürst Filipp v. Batthyany der Gemeinde ein Haus zum Baue einer Schule, und griff auch der damalige Vorsteher, Herr und war also in dieser Rücksicht rein orthografischer Natur. Es gehört zu den eigenthümlichen Resultaten der pilpnlistischen Methode, daß an manchen Orten eine Ehescheidung nicht stattfinden dürfe, weil die Orthografie des Ortsnamens nicht in's Reine zu bringen ist! In der Natur des pilpulistischen Verfahrens liegt es auch, daß R. Ezechiel Landau in Prag gar keinen Anstand nimmt, auf Grundlage der ihm zugekommenen höchst dürftigen Notizen über die Schreibung ungarischer Städtenamen ein maßgebendes Nrlheil abzugeben, und sich dabei selbst in historischen Betrachtungen zn ergehen. In s. G. A. über BonylM sagt er: פשוט אצלי ששם לשון אנגריש הוא עקר 2׳ התי ס רות המדינה מתהלתה הוא לשונם אבל לשין דייטש נתפשט אחר זה כשבאו תחת ממשלות קיסרי איסטרייך אז לשונם תהלך בארץ מ״מ ל׳ אונגד לענין כה״ש בגטין הוא עקר (N. 93. 11. 2, 118.). 09. Ezechiel hat sich mit der ungarischen Geschichte niemals beschäftiget; was er davon wußte, hatte er dem Zemach David und dem Hörensagen zu verdanken. Gleichwol wird man das eben angeführte, höchst frappante Raisonnement nicht ganz unbegründet finden. Denn wenn auch die Deutschen schon im 7. Jahrh. in dem alten Pannonien wohnten; wenn auch^ schon Geisa II. (1141—1161) die Zips und andere Städte mit Deutschen bevölkerte; und wenn auch die Deutschen die ersten Gründer der nng. Städte waren, so daß der Chronograf Rogerius, Domh. in Großwardein, dann Erzbischof von Spalato, in der ersten Hälfte des 13. Jahrh. die Stadt Pest ״magna et ditissima Teutonica villa“ nannte, und die deutsche Fleischhauerzuust in Nagy-Bänya 1506 die Ungarn ausschloß: so hattte doch R. E. von den Verhältnissen eine ziemlich richtige Anschauung, indem nach der Verbreitung der Türken die Deutschen in Ofen und in den Komitaten Bäes, Baranya, Tolna, Torontal und Temes kolonisirt wurden. Bonphad wurde nach Vertreibung der Türken mit Ungarn bevölkert, wurde aber im Laufe des 18. Jahrhunderts vollständig germanisirt. Red.

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