Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 9 (1.9.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-09-01
- Page
- Seite 457 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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— 457 tet, sondern auch in der edelsten Bedeutung des Wortes erzogen werde. Die zahlreichen schriftlichen Arbeiten und Zeichnungen, die zu Jedermanns Ansicht vorgelegt waren, sowie die Fertigkeit in der Beantwortung der an die Schüler gestellten Fragen, lieferten den erfreulichen Beweis, daß diesen die Zeit theuer, ihren Lehrern aber die Berufspflicht heilig gewesen war. Dem hebr. Fache wurde auf der Prüfung eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, und konnte man aus dem fehlerfreien Uebersetzen des Pentateuch's, sowie aus der Gewandtheit, mit welcher die Schüler deutsche Sätze grammatikalisch richtig in's Hebräische übersetzten, zur Genüge erkennen, daß sie ihre Aufgabe als jüdische Schüler zu lösen verstehen. In der ersten, zweiten und vierten Klaffe wurde auch die ungarische Sprache geprüft, und sind auch die Prüflinge bei ihrem Eintritte in die öffentlichen Schulen, wie dieses wenigstens hierorts allgemein der Fall ist, stockdeutsche, so hörten wir doch von einem großen Theile der Schüler die an dieselben gestellten ungarischen Fragen in ungarischer Sprache beantworten. Der Hr. Lsrael. Gemeindevorstand, der der Prüfung mitanwohnte, bestimmte für die bravsten Zöglinge folgende Prämien: Aus der Hollitscherstiftung zehn Vereinsgulden. — Von dem durch Hrn. Ignaz Reich in's Leben gerufenen Prämienfonde zwei Dukaten. — Außerdem wurden noch Bücher, Schreibrequifiten u. a. m. als. Prämien vertheilt. Zum Schluffe wurde die Volkshymne von Lehrer und Schülern gesungen, und mit der Aeußerung: daß die Leistungen dieser Schüler ihre Erwartungen bei Weitem übertroffen hätten, verließen der k. k. Statthaltereirath, nachdem er fünf volle Stunden der Prüfung mitanwohnte, in Begleitung des Hrn. Schulrathes den Prüfungssaal. Gegen vier Uhr erschien Hr. Dr. Meisel, Oberrabbiner der hiesigen rsrael. Kuliusgemeinde und wohnte der Prüfung volle drei Stunden bei. Rosenberg. /S. Ofen, Mitte August. Der Vorstand der Pesther israel. Kultusgemeinde ist, wie ich aus zuverlässiger Quelle vernehme, vor längerer Zeit h. Ortes bittlich eingeschritten, daß die Verwaltung, desjenigen Schulfondtheiles, welcher auf das Verwaltungsgebiet der Ofner Statthalterei-Abtheilung entfiel, ihm — dem Pester Vorstande — übertragen werde. Falls diese Bitte Gewährnng findet, wird der Pester Vorstand ohne Zweifel so gerecht sein, ein Verwaltungs-Komitä zusammen zu setzen, welches mindestens zur Hälfte ans Mitgliedern anderer Gemeinden des erwähnten Gebietes bestehen wird. Noch wichtiger als die Frage der Verwaltung jener Gelder scheint mir die Verwettdungsfrage. So lobenswerth auch die Leistungen der Pester Mnsterhauptschule sind, und so glücklich auch dem allgemeinen Vernehmen nach die Wahl der Lehrer ausgefallen ist, so ist doch die Anstalt sicherlich nur eine lokale, welche nur Pester jüdischen Kindern zu Gute kömmt. Welchen Verpflichtungsgrund gibt es für die anderen kleineren und ärmeren Gemeinden, das Unterrichtsbudget der größern und reichern Pester Gemeinde mittragen zu helfen? Bis ungefähr vor zehn Jahren wurde in Pest der Koscherfleisch-Aufschlag während des Marktes erhöht, d. h. die Marktbesucher wurden zu Gunsten der Pester