Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1860-09-01 · 9 (1.9.1860) 1. Hälfte · p. Seite 456

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
9 (1.9.1860) 1. Hälfte
Date
1860-09-01
Page
Seite 456 (sequence 24)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2542917-2543076-2543086--1684-2545400
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 456 — welche der Pester Schule zum Vorbilde diente. Die ersten Lehrer an der letz- Lern wurden auch von Altofen nach Pestb berufen. Hr. Dr. M. ist viel zu kurze Zeit in Ungarn, als daß er mit den heimatlichen Verhältnissen bekannt fein sollte; ich bin also weit entfernt, ihn mit meiner Berichtigung nahe treten zu wollen. Vielleicht ruft dieselbe eine Geschichte der Preßburger Primärschule hervor*). Reichenau (Böhmen), im August. Dank den Bemühungen unseres geehrten Hrn. Rabbiners M. Fein hat unsere düstere, im mittelalterlichen Style gehaltene Synagoge einem freundlichen, tempelartig eingerichteten Gotteshause Platz gemacht. Nach einem gediegenen Vortrage, in welchem derselbe die Idee dazu anregke, flössen die Gaben mit einer Opferwilligkeit und Opferfreudigkeit, wie man sie in einem Zeitalter des Materialismus und Jndifferentismus kaum erwarten sollte. — Wir würden es unserem geehrten Hrn. Rab׳ binen vom Herzen wünschen, daß sein Bestreben, unsere Schule zu reorganisiren, wozu gewiß Jeder um so bereitwilliger sein Schärflein beitragen möchte, als das Bedürfniß ein allgemein gefühltes ist, von gleichem Erfolge gekrönt sein möchte. Josef Kohn. ->. Stuhlweißenbnrg, IS. August. Wenn auch unser Rabbiner vielleicht nicht zu den großen Theologen gehört, so ist er doch jedenfalls ein bedeutender Jurist. In diesem Augenblicke beschäftigt er nicht nur die Komitatsbehörde und das Bürgermeisteramt, sondern auch das Komitatsgericht. Er hat nämlich gegen den Vorsteher hier wegen des im 6. Hefte des Ben Chan, abgedruckten Schreibens einen Jnjurienprozeß eingeleitet. Seiner Zeit theile ich Ihnen das Nähere darüber mit. Pest, im August. Am 15. d. fanden an der hiesigen israel. k, k. Musterhauptschule die öffentlichen Prüfungen im Beisein des Lokal-Schulendirektors Hrn. Josef Kriegler und in Anwesenheit des k. k. Schulrathes Hrn. Barton, sowie der des k. k. Statthaltereirathes Kotascovics statt. Die Theilnahme, welche die hiesige israel. Bevölkerung für diese Musteranstatt seit ihrem dreijährigen Bestehen an den Tag legte, manifestirte sich auch bei dieser jüngsten Prüfung auf das glänzendste. Um neun Uhr Morgens war der Prüfungssaal zum Erdrücken gefüllt, und das Zuströmen von Gästen alter Art hörte den ganzen Tag hindurch nicht auf. — Sind auch öffentliche Prüfungen geradezu nicht Probirsteine um die Tüchtigkeit einer Schule kennen zu lernen, so sind sie für den Sachkundigen immerhin keine schlechte Gelegenheit, um sich über den Bildungsgrad einer Anstalt volle Gewißheit zu verschaffen. Und so können wir von Keser Schule, nach dem was wir am Prüfungstage gehört und gesehen haben, mit vollem Rechte behaupten, daß sie dem Ideale einer wahrhaft jüdischen Bildungsanstalt vollkommen entspreche. Selbst in dieser eintägigen Prüfung ersah man, wie hier nicht blos unterrich- *) Eine solche wäre uns sehr willkommen. Red.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.