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Ben Chananja · 1860-09-01 · 9 (1.9.1860) 1. Hälfte · p. Seite 455

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
9 (1.9.1860) 1. Hälfte
Date
1860-09-01
Page
Seite 455 (sequence 23)
Language
German
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— 455 Von da an erhielten die Inden Oldenburg's ihren eigenen, vom Groß- Herzoge ernannten Landesrabbiner, als geistliches Oberhaupt, Schulinspektor und als Organ für die jüdischen Interessen bei der Negierung. - Der Erste, der diese Stelle bekleidete war der jetzige Oberrabbmer von England, Dr. Adler. — Ihm folgte nach seiner Berufung auf den RabbLnatsfitz zu Hannover der jetzt in Frankfurt a. M. an der Spitze der stabilen Gemeinde stehende Rabbiner S. R. Hirsch, und diesem der jetzt schon etwa LV Jahre fungirende Rabbiner Wechsler. Als Mittler zwischen den Gemeinden und der Regierung haben die Rabbiner ihr Domizil natürlich am Sitz der Regierung, Oldenburg, von wo aus sie jährlich ihren Sprengel bereisen. Mochte auch die Anschauung der drei genannten Rabbinen in Hinsicht auf Ritus und Zeremoniell der Synagoge divergiren, so waren sie doch darin eines Sinnes, daß Jeder das Werk seines Vorgängers, die Hebung der Juden als Staatsangehörige, redlich zu fördern bemüht war. Namentlich hegten sie die Pflanzstätten der Religiosität und des Gemeinsinnes — Gotteshaus und Schule mit ernst- Hafter Sorge. Besonders gilt dieses von dem jetzt wirkenden Rabbinen, dessen Interesse für die Schule alle Anerkennung verdient. — Was Wunder, wenn diese vereinten, im gleichen Geiste fortgesetzten Bemühungen ihre schönen Früchte trugen, wenn in den winzigsten Gemeinden selbst, die oft nur fünf bis sechs vermögende Mitglieder zählten, erstandene Synagogen und Schulhäufer Zeugniß ablegten für die einmüthige Opserwilligkeit, wenn es das Jndenthnm und das Gemeindewohl betraf. Wie aber das Jahr 1848 den langgenährten Wunsch unserer Brüder nach Emanzipation verwirklichte, so krönte auch der um diese Zeit in Oldenburg erstandene neue Gottestempel den lange gehegten Wunsch der Gemeinde Oldenburg, die keine Mittel, und des jetzigen Rabbinen der keine Arbeit scheute, mit dem schönsten Erfolge; und er steht da mit seinem "״קידש ל״ה, an der Stirn, eine Zierde der Stadt! So viel als äußerer Umriß. Ich werde versuchen für die Folge auf spezielere Weise die inneren Verhältnisse seit 1848 zu behandeln. Fm. Inland. Wien, 10. August. So eben höre ich von einem Augen- und Ohrenzeugen, daß Hr. Oberrabb. Dr. Meisel die Pester israel. Normalhauptschuke öffentlich als die älteste jüdische Bildungsanstalt in Ungarn bezeichnet hat. Als ehemaliger Schüler der Preßburger Primärschnle fühle ich mich verpflichtet, für die Priorität dieser Anstalt in die Schranken zu treten. Sie ist die erste freiwillig gegründete jüdische Schule in Ungarn, und die Namen der Gründer und Wohlthäter dieser Schule: Breisach, Kohn, Schwabachersohn, Oppenheim, Duckes, Dr. Bernheim und Anderer werden in der neueren ungar.-jüdischeu Geschichte mit Achtmlg genannt werden; neben ihnen wird die Geschichte auch die Namen der verdienten Lehrer Skreinka, Freier, Horowitz und Anderer nennen. Das Vorbild der Preßburger Schule rief die Aliofner iy'S Leben,

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