Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 9 (1.9.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-09-01
- Page
- Seite 452 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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— 452 des erstem Zusammenhang mit der Messiasidee erhalten können, wo nicht mit ihnen ein ״Ritt durch die Jahrhunderte" en passant gemacht worden wäre. Noch immer bestreite ich, daß eine blos quantitative Progression nach Kapiteln ein Fortschritt genannt, und Mädchen der dritten Klasse mit Erfolg aus den Profeten unterrichtet werden können. Ich bestreite ferner noch immer, daß der autonome Vorgang eines Gemeindevorstandeö in' rein wissenschastlichen Angelegenheiten eine Berechtigung habe, und weise noch ferner darauf hin, wie selbst die Regierung, z. B. in Angelegenheit der Lesebücher für jüdische Schulen, die mein Hr. Gegner anführt, die Fachjournale und kompetenten Stimmen berücksichtige. Ben Chananja hat z. B. eine Rezension des hochw. Rabbiners Hochmuth über diese Bücher veröffentlicht, und die Leser werden sich erinnern, mit welcher Anerkennung die Behörden sie hingenommen haben. — Indessen liegen nun meine wie die gegnerischeu Ansichten dem Publikum vor, und dieses mag richten. Ich selber enthalte mich jeder weitern Erörterung über diesen Punkt. Aber nicht gleichgiltig kann ich den Vorwurf hinnehmen, den mein Gegner an die Spitze stellte, daß ich mit mir selber in einem und demselben Aufsätze im Widerspruche sei. — Allerdings stellt der Verfasser der Gegenkrilik immer zwei aus ihren Znsammenhängen gerissene Sätze meines Artikels neben einander, die in der Form, wie sie der Antikritiker gibt, kontradiktorisch erscheineu. Wir erlauben uns dagegen zu erinnern, daß dieser Scherz ein sehr alter sei, und schon in allen Postbücheln unter dem Titel: ״Querlesungen" vorkomme. Das Rezept dazu ist ganz einfach: Man lese in einer Zeitung die Zeilen nach der ganze» Breite des Formates, ohne Berücksichtigung der Spalte, und man wird wahre Ungeheuer von Nensensen erzielen. So liest jener Vers, in meinem Artikel S. 344: Beim Gottesdienste für die Jugend solle eine Auswahl aus dem Siddur getroffen werden und Seite 350 der Unterricht aus dem Siddnr sei für Elementarklassen unverdaulich — und breuet daraus einen Widerspruch. Aus den zwei Sätzen: ״Die Profeten ergreifen mächtig, selbst ohne Archäologie und Kritik zu Hilfe zu nehmen, und dem Satze, daß das Lehrfach der Religion des Verständnistes nicht entbehren könne, wird ein Widerspruch fabrizirt. Aus dem Umstande, daß ich in meinem Institute, das einen 7—8-stündigen Unterricht täglich ertheilt, der hebräischen Sprache eine größere Ausdehnung geben wollte, und dem Satze, daß man bei nur drei Stunden wöchentlich nicht die Bücher Erod. Lev. und Num. chrestomatisch durchnehmen könne, soll ein Widerspruch erwachsen. Wollte ich hem Verfasser mit gleicher Münze zahlen, so könnte ich ans sei-