Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 9 (1.9.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-09-01
- Page
- Seite 450 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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— 460 — anderen Begebenheiten, die das Verhältnis der Juden zu Aleranher betreffen, citirt. Andere griechische Schriften über die Juden werden in Fabricii Biblioth. gr. Vol. V. S. 61, 29. angeführt. Wen wir nun als Gewährsmann für den fraglichen Bericht anzusehen haben, ob den genannten Hecatäus, oder einen der vielen älteren, von Appian, Plutarch, Curtius u. A. benutzten oder nicht benutzten Biografen Alerander'ö, oder der einen oder andern der in Josephus an andern Stellen citirten Schriftstellen — das läßt sich freilich nicht mit Bestimmtheit sagen. — Daß er aber gar keine Spur dieser Begebenheit bei einem älteren Geschichtsschreiber gesunden, oder daß er es gewagt haben sollte, ohne Quelle mit einer ganz neuen Geschichte über eine so allgemein bekannte Persönlichkeit wie Alerander der Große in einer Schrift auszutreten, die zunächst für Griechen geschrieben war, unter denen er sehr übelgesinnte Kritiker erwarten konnte und wirklich gefunden, — das scheint durchaus unglaublich. Uebrigens stand noch eine andere reiche inländische Quelle dem Josephus zur Verfügung, die er aber hier doch schwerlich benutzt hat, nämlich die jüdische Tradition, in welcher, wie wir aus den Targumen und dem Thalmnd sehen, viele Sagen über Alerander den Großen sich erhalten haben. Zur Vergleichung führt der Verfasser hier eine dieser Sagen an, nämlich die in Joma Fol. 69. a., die zwar in Einzelheiten von Josephus' Bericht abweicht, aber doch einen gemeinsamen Hauptzug enthält. Die Abweichungen bestehen hauptsächlich darin, daß nach der thalmudischen Darstellung lediglich die Verleumdung der Samaritaner den Alerander Anfangs ungünstig gegen die Inden gestimmt hatte. Ferner läßt der Thalmud das Zusammentreffen Alerander's mit dem Hohenpriester und dessen Gefolge nicht in der Nähe von Jerusalem, sondern nicht wett von der Hauptstadt der Samaritaner stattfinden; endlich ist es aus dieser Darstellung nicht ersichtlich, ob Alerander Jerusalem besucht hat oder nicht*). Nachdem der Verfasser der Vollständigkeit wegen noch anderer Variationen in der Erzählung von Alerander's Aufenthalt in Judäa erwähnt, die in Abnlfatach's samaritanischer Chronik (s.S. de Sacy's Ehrest. Ambe Vol. II. S. 210 199) und in Josephs« ben Gorion's Geschichtswerke Vorkommen , kommt er schließlich *) Auch in Bezug aus die Person des Hohenpriesters weicht der Thalmud von Josephus ab. Während Letzterer I a d d u a nennt, war es »ach dem Thalmnd Simon der Fromme, der ei» Enkel Jaddua's war, »nd erst ungefähr 30 Jahre später gelebt hat (vergl. Antiqu. VII, S, S,). Der thalmnd. Annahme, daß Simon der Fromme, Zeitgenosse Alerander's war, folgt auch der arabische Geschichtsschreiber Makrizi. S. de Sach I. o. S. 164.