Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 9 (1.9.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-09-01
- Page
- Seite 449 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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449 — Begebenheit bezweifelt, ist man darum noch nicht berechtigt, den Erzähler sogleich für einen Lügner zu erklären, wie dies vän Dale gethan, dessen Gründe für diese Behauptung sehr nichtssagend sind. Die von ihm angeführte Aehnlichkeit zwischen dem Zuge nach Jerusalem und dem nach Ammon beschränkt sich darauf, daß sie beide Zeugniß für dieselbe von Alexander befolgte Politik geben; in ihrem Wesen und in ihren Einzelheiten sind sie ganz verschieden. Daß nicht wenige Erzählungen aus der heiligen Geschichte sich bei Josephus mit Zügen ausgeschmückt finden, für welche in der Bibel selbst kein Anhaltspunkt ist, obgleich er sich auf die heiligen Bücher als Quelle beruft, kann nicht geleugnet werden; dieser Umstand aber kann keinen besondern Einfluß auf die Frage über Josephus' Glaubwürdigkeit, oder, wenn man will, Ehrlichkeit haben. Van Dale und Andere, die dieses Argument gebrauchen, haben nämlich nicht bedacht, daß Josephus als orthodoxer Jude und Farisäer, die Traditionen, welche in den rabbinischen Schulen Schritt für Schritt sich an die biblischen Geschichten anschließen, für eben so heilig wie die Bibel selbst, betrachtet, und daß die Quelle vieler solcher Schätze noch im Thalmud und in anderen rabbinischen Schriften nachzuweisen ist. Nach Berührung dieser ferner liegenden Frage, über den Einfluß der jüdischen Tradition auf die Partien in Josephus' Werk, welche die ältere Geschichte betreffen, macht der Verfasser noch einige Bemerkungen über die möglichen Quellen für Josephus' Erzählung über Alexander, um der härtesten Beschuldigung zu begegnen, die gegen jenen Geschichtsschreiber erhoben werde, daß er nämlich das Ganze erdichtet habe. Daß Josephus, in Bezug auf spätere Zeiten, wo die biblischen Bücher ihn verlassen, andere innnd ausländische Quellen benutzt hat, ist an sich natürlich und einleuchtend; einige dieser Quellen zitirt er auch hin nnd wieder, und eine noch größere Zahl hatte er zu seiner Verfügung, da viele hellenistische Juden innnd außerhalb Judäa (namentlich in Alexandrien) einzelne Theile der späteren Geschichte des Volkes behandelt haben, von welchen Auf- Zeichnungen mehrere unter den apokrpfischen Büchern des A. T. bewahrt worden sind. Aber anch viele heidnische Griechen haben entweder besonders einzelne Theile der jüdischen Geschichte behandelt, oder gelegentlich bei der Behandlung der Geschichte Egpptens, Phöniziens und anderer Völker die jüdischen Zustände und Einrichtungen besprochen. Unter dieser Klasse Skribenten ist Hekataeus aus Abdera der wichtigste, der Alexander den Großen nach Asien begleitet haben soll, und dessen Schrift über die Inden und ihre Geschichte, die älteste von den Kirchenvätern genannt wird, Josephus selbst in seiner Schrift gegen Apion bei ««» Um». IS. I. UDO. 27