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Ben Chananja · 1860-09-01 · 9 (1.9.1860) 1. Hälfte · p. Seite 437

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
9 (1.9.1860) 1. Hälfte
Date
1860-09-01
Page
Seite 437 (sequence 5)
Language
German
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— 437 — Hilfe der Uhr thun. Im Atterthume konnte dies nicht geschehen. Denn, wenn auch manche ältere und neuere Forscher schon in der Bibel eine Art Sonnenuhr (2. Kön. 20, 9. Jesaj. 38, 8.), und Manche in der Mischna, dem ältesten Bestandtheile des Thalmud, eine andere Vorrichtung zur Erkenntniß des StundenablaUfeS finden wollten 7); so ist doch gewiß, daß der Gebrauch der Sounen- und Wasseruhren weder in der biblischen, noch in der thalmudischen Zeit so allgemein war, daß man die Betstunden darnach hätte bestimmen können. Man sah stch daher nach anderen, theils der Natur, theils dem sozialen Leben entnommenen Zeichen und Merkmalen um, um nach denselben die Zeitgrenze für das Morgen- und Abendschema anzugeben. Auf gleiche Weise verfuhren die Griechen, bevor sie mit den Sonnennnd Wasseruhren bekannt wurden^). Was nun das Abendschema betrifft, gewann die Anschauung das Uebergewicht, daß das Erscheinen der ersten Sterne am Himmel — nach Andern der Untergang der Sonne, — den terminus a quo, der Tagesanbruch — nach Andern der Ausgayg der Sonne — den terminus ad quem bilde, indem nach den verschiedenen Klassen der Gesellschaft die ganze bezügliche Zeit als Zeit des Niederlegens, oder — wie Andere wollen — als Zeit des Zubetteliegens angesehen werden könne °). Für den Einzelnen hatte nun diese Zeitbegrenzung allerdings nichts Unbequemes. Als es aber seit dem dritten Jahrhunderte immer üblicher wurde, das Schema und die dazu gehörigen Eulogien mit dem eigentlichen Abendgebete (Thefillath Arbith) zu verbinden, und diese ganze Liturgie gemeinschaftlich in. der Synagoge abzuhalten, hätte sich die Gemeinde in später Abendzeit versammeln müssen, um das Schema zu lesen. Da man nun einerseits die gemeinschaftliche Andacht nicht aufgeben wollte, andererseits aber auch die Gemeinden nicht geneigt waren, einer ihnen lästigen Einrichtung Eingang zu gestatte», so wurde es allmälig Sitte, das Schema des Abends ף Kuli», 26, 4. Aruch 1 צר• Othon. Lexibn rabbinicö-phitolog. S. 247. Winer 2, 743- •*)•«. I. Mesner, Scholien zum bädyl. Thalinud, Praß 1889, S. 2. ‘ ף M. Ber. 1, 1. Die Gemaren und die Glossatore» und Kasuisten dazu.

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