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Ben Chananja · 1860-09-01 · 9 (1.9.1860) 1. Hälfte · p. Seite 435

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
9 (1.9.1860) 1. Hälfte
Date
1860-09-01
Page
Seite 435 (sequence 3)
Language
German
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435 — lichem, theils von israelitisch-nationalem Standpunkte gepriesen. Ihre Sprache ist die biblische, und biblisch ist auch der Geist, der ste durchweht. 3. Streit der Schulen. Je bedeutungsvoller einerseits das Schema mit dem damit verbundenen liturgischen Apparate erschien, und je eifriger andererseitS die Gesetzeslehrer und ihre Schulen beflissen waren, die Uebung religiöser Gebote und Gebräuche zu regeln und zu normiren, desto unvermeidlicher war es, daß auch über die ritualgemäße Ablesung des Schema verschiedene Fragen zur Sprache kamen, deren Erörterung mehr denn Eine Meinungsdivergenz unter den Gelehrten Hervorrusen mußte. Selbst über den Ursprung der Verpflichtung, das Schema zu lesen, wurde viel gestritten. Während die Einen dieselbe als nachbiblisch betrachteten, indem sie die Ermahnung: ״Du sollst davon reden, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst", auf die Beschäftigung mit dem Worte Gottes überhaupt bezogen, hielten die Anderen in aufsteigender Strenge die Ablesung des ersten Verses, oder die des ersten Abschnittes oder die der beiden ersten Abschnitte für biblisch geboten 5). Die neuern jüdischen Schriftforscher erkennen an, daß die Verpflichtung, das Schema zu lesen, nicht exegetisch aus der Schrift deduzirt werden könne; ste geben aber zu, es sei sehr heilsam, daß der Jsraelite stch Früh und Abends die wesentlichsten Lehren seiner Religion in's Bewußtsein rufe. Nicht minder finden ste die Wahl glücklich, welche die alten Schriftgelehrten in dieser Rückstcht getroffen haben. ״In welchen prägnanteren Worten" — sagt bezüglich des ersten Schema-Abschnittes Oberrabbiner D1\ Frankel, Direktor des jüdisch-theologischen Seminars in Breslau, — ״war der Inhalt des Glaubens aufzufinden, was war mehr geeignet dem Volke den Glauben theurer zu machen und ihm dessen beseligende Kraft etnzuflößen, als diese den Schwerb) S.-d. Erkurse des R. Hiskia di Silva: Peri Chadasch zum O. Chajj. 67. des R. Abraham Pimentel in Minch. Kohen 2, 12—14. und des R. Löb b. Ascher in Metz. Schaagath Arje 1. 2; vgl. bes. Ber 13, d. Sukka 42, ». n*

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