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Ben Chananja · 1860-08-15 · 8 (15.8.1860) 2. Hälfte · p. Seite 430

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
8 (15.8.1860) 2. Hälfte
Date
1860-08-15
Page
Seite 430 (sequence 30)
Language
German
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— 430 rungen finden, nud in seinem bisher bewährten rühmlichen Eifer nicht nachtaffen סוף הכבוד לבוא! Die durch den Tod des edlen, leider nur zu frühe seinem frommen Berufe entrissenen Rabbmer Frank erledigte Berauner Kreisrabbinerstelle, um die fich nicht weniger als 30 Rabbiner und Rabbinerlein beworben, und zu deren Erlangnug alle Hebel in Bewegung gesetzt und alle erdenklichen Mittel angewendet wurden, ist stcherem Vernehmen zufolge dem Lokalrabbiner zu Amschelberg, Herrn Löwy, einem thalmudisch-tüchtigen und auch anderweitig gebildeten, durch literarische Arbeiten bekannten Manne verliehen worden. Die Wahl ist jedenfalls eine gute. Der Vorstand und Beirath des Vereines für geregelten Gottesdienst, der bereits im vorigen Jahre eine Aufforderung an die hiesigen Gemeindeglieder zum Neu- oder Umbau eines Gotteshauses ergehen ließ, aber, wie es scheint, und wie es auch vorauszusehen war, sich keiner großen Sncceffen zu erfreuen hatte, hat unterm 1. Juli l. I. ein neuerliches Zirkular ergehen lassen, in welchem nicht blos die jetzigen Tempelsitzinhaber, sondern auch andere Gemeindeglieder aufgefordert werden, ihren Willen binnen 11 Tagen kundzugeben, auf welche Weise, falls ein Neu- oder Umbau des Tempels vorgenommen werdeu sollte, fich bei diesem Unternehmen betheiligen wollen. Wir wünschen dem Vorstand, daß der Erfolg dieser wiederholten Aufforderung ein günstigerer sei; könneu aber nicht umhin, wiederholt unsere Meinung dahin auszusprechen, daß wir das ganze Unternehmen nicht nur für ein verfehltes, sondern auch für ein den Tendenzen eines Vereines, der es sich zur Aufgabe stellt, das Bedürfniß eines geregelten Gottesdienstes bei der Gesammtgemeinde immer mehr anzuregen und die Einführung desselben in den übrigen vielen großen und kleinen Synagogen nach Kräften zu fördern, feindseliges, und daher verwerfliches erklären. — Ist das Bedürfniß nach Chor und Predigt ein wahrhaftes, dann werden die übrigen Synagogen freudig jedes Opfer zur Befriedigung derselben bringen und mit Dank jede Unterstützung annehmen, die ihnen der Verein angedeihen lassen würde. Bereits hat die hiesige Neusynagoge einen rühmlichen Anfang gemacht, und durch die Wahl des Hrn. Dr. Hübsch, eines sehr begabten jungen Theologen aus Ungarn zum Prediger, einen bedeutenden Schritt vorwärts gethan. D1\ Hübsch ist ein vielseitig gebildeter und mit einem seltenen Rednertalent begabter Mann, der gleich in seinen, ersten Kanzelvorträgen durch den reichen Inhalt derselben, durch sein klangvolles Organ und seine reine deutsche und jargonfreie Sprache sich die allgemeinste Anerkennung erwarb, und dem es nicht schwer fallen dürfte, sich in der kürzesten Zeit den Ruf eines der ersten Prediger zu erwerben. Groß-Beeskerek, Ende Juli. Was die Verhältnisse unserer hiesigen Kulmsgemeinde betrifft, so bieten dieselben gar manches Erfreuliche dar; die Fesseln banaler Vorurtheile sind längst abgestreift und der waltende Geist der Humanität kommt stets zu lebendiger Anschauung. In dieser Beziehung Werden besonders zwei Gebiete gepflegt: Gottesdienst und Schule. — Die bei-

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