Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 8 (15.8.1860) 2. Hälfte
- Date
- 1860-08-15
- Page
- Seite 429 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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— 429 — dir Ansprüche der Landesjudenschast auf das Doppelte gegenüber -er Pragsr Kultusgemeinde stets reservirt bleibeu und stchergestellt werden, damit üssenfMigen künftigen Verkürzungen der Landesjudenschast vorgebeugt werde." Wir fügen diesem Berichte nur noch den Wunsch -ei, dH durch diesen Beschluß die seit vielen Jahren zwischen der Prager und Landesjudenschast -estandene Spannung behoben und das nicht ganz ungerechtfertigte Mißtrauen der letzteren gegen die ersteren beseitigt werden möge. Leider haben die Präcedenzen der früheren Jahre oft genug dargethan, daß die böhmische Judenschast, wo es sich um gemeinsame Angelegenheiten handelt, durch die von Prag in ihren Interessen sehr verkürzt und unbrüderlich behandelt wurde. Wir wollen hier nicht weiter untersuchen, wen die Schuld mehr treffe, ob die von Prag, welche die ihnen durch ihr Prager Domizil und ihre nähere Berührung mit den Landesbehörden erlangte Präponderanz mißbrauchten und eine gewisse Bevormundung über die Landesjudenschast sich anmaßten, oder den Juden des flachen Landes, die um ihre gemeinsamen Interessen unbekümmert sich eine solche Anmaßung bis in die neueste Zeit sich gefallen ließen. Doch in beiden Beziehungen dürste jeder Grund zu fernerem Mißtrauen unter den jetzt obwaltenden Verhältnissen schwinden. Die Prager Kultusgemeinde-Repräsentanz hat gegenwärtig Männer in ihrer Mitte, die vom Rechtlichkeits- und Billigkeitsgekühl durchdrungen, jeder eigenmächtigen Handlung und jedem ungerechten Gebühren ferne stehen und nichts sehnlicher wünschen als ein friedliches Znfammengehen und Zusammenwirken mit ihren Glaubensbrüdern auf dem Lande; und schon der Name des Herrn S. K. Frankel, eines seines gelehrten Bruders in Breslau würdigen, höchst verdienten Manne dürfte die vollste Beruhigung gewähren. In gleicher Weise besteht die Repräsentanz der böhmischen Landesjudenschast aus höchst achtbaren, geflnnungstüchtigen und vom wärmsten Eifer für die Interessen ihrer Glaubensgenossen durchglühten Mitgliedern, die in der uneigennützigsten und edelsten Weise die Angelegenheiten ihrer Glaubensbrüder besorgen. Vorzügliche Anerkennung verdient insbefonders die Rechtlichkeit und der rege Eifer eines ihrer ältern Mitglieder^ des Hrn. Markus Mändel aus Böhmischbrod, der trotz mancher ihm widerfahrenen Kränkung und Verunglimpfung böswilliger Patronen nicht müde wurd'e, mit redlichem und festen Willen die Rechte der Landesjuden schüft zu vertreten und zu wahren nicht ohne bedeutende Opfer an Kraft, Zeit und Geld, Opfer, wie sie nur ein wahrhaft frommer und für das Wohl und die Ehre des Judenthums begeisterter Mann zu bringen im Stande ist. Seiner Bemühung allein verdankt die böhmische Judenschast des Landes nicht nur die Ordnung und Regelung ihrer seit Jahren bestritteneu Rechte, sondern auch den Besitz eines der schönsten Häuser in Prag und das Recht der Verfügung über ein zu edlen. Zwecken bestimmtes nicht unbedeutendes Vermögen, wie solches von der Landesjudenschast zu keiner Zeit besessen wurde. Wir halten es für eine heilige Pflicht, diese Anerkennung, die selbst der verstockteste Gegner nicht in Abrede stellen wird, hier öffentlich aus- )itsprechenl möge Hr. Mändel hierin einen Ersatz für gemachte bittere Ersah-