Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 8 (15.8.1860) 2. Hälfte
- Date
- 1860-08-15
- Page
- Seite 431 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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— 431 — den Feuersäulen, die der keimenden Generation auf der Bahn der Civilisation voranleuchten müssen. Cs besteht hier eine zweiklassige Knaben- und Mädchenschule mit der Leistungsfähigkeit einer dreiklasflgen; die Gesammtzahl der Schüler ist gegenwärtig 120 und die Gehalte der Lehrindividuen sammt sonstigen Erpensen übersteigt jährlich die Summe von 2000 fl. österr. W. — Schon zu wiederholten Malen wurde Seitens der hohen k. k. Statthalterei die definitive Fassionirung verlangt; allein bisher konnte trotz des besten Willens dem nicht entsprochen werden; denn die Gemeinde besteht eigentlich erst seit dem verhängnißvollen Jahre 1849, wo sich dieselbe aus schwachen Trümmern unter mannigsachen Hindernissen konstituirte — sie har weder Fonds, noch Legate, oder sonst irgendes Vermögen, Die Erhaltung des Kultus wird einzig durch Re- Partition der Gemeinde-Mitglieder bestritten und die Eristenz der Schule beruht auf die eingehenden Schulgelder; falls diese nicht genügen, so werden die Abgänge durch Zuschüsse aus der Gemeindekaffe bestritten. Hieraus erhellt, daß der Bestand der Schule prekär sei; aber hier kommt noch ein anderer bedeutsanier Moment in Betracht. Bekanntlich Liefert die hiesige jüdische Bevölkerung eine sehr bedeutende Quote zu den städtischen Steuern und Lasten — wie wäre es nun. wenn die Kommunal-Kaffe, welche jährlich bei 11,000 fl. österr. W. für die katholische, serbische und protestantische Schule verausgabt, auch — sifc venia verbo — für die jüdische Schule eine angemessene Subvention, bewilligte? Ist diese Forderung vom Gesichtspunkte des Rechtes und der Billigkeit nicht zulässig? Unseres Wissens geschieht dies bereits in mehreren Gemeinden, wie z. B. in Neutatz, Baja, Dotis rc., und wenn sich unsere Ephoren bisher noch nicht veranlaßt sahen, diesem Prinzipe zu huldigen, so hegen wir doch die Zuversicht, daß man höchsten OrtS diese wichtige Frage im Sinne der Gleichberechtigung lösen werde. Dem fett drei Jahren in segensreicher Thätiakeit wirkenden Rabbiner D. Oppenheim, wurde in Berücksichtigung seiner aufopfernden Hingebung für die religiösen Interessen, und insbesondere für seinen heilsamen Einfluß auf die moralische und sittliche Bildung der Jugend der bisherige Gehalt auf 1000 ff. ö. W. erhöht. Ebenso wurde auch die materielle Lage unseres, für Veredelung und Hebung des Choralgesauges mit musterhaftem Eifer thätigen Kantors F. Goldstein bedeutend gebessert. Nicht minder rühmenswerth ist es, daß die von erleuchteten Führern geleitete Gemeinde bei der k. k. Statthalterei zu Temesvarum definitive Ernennung der Lehrindividuen einschritt, und es unterliegt keinem Zweifel, daß dre hohe Behörde diesem löblichen Gesuche nachkommen werde. Br. --- Wien, 30. Juli. Die Prüfungen im Knaben-Jnstitute Dr. Pick's haben auf's glänzendste die- Vortrefflichteit dieses Institutes bewiesen. Die Kinder werden auf rationelle Weise unterrichtet und liebevoll gepflegt. Und nicht destoweniger gibt es Eltern, die nicht jüdische Institute, welche bei Weitem weniger leisten, vorziehcn. 2. Kasch au, im Juli. Se. Erz. FZM. Ritter v. Benedek besuchte am 23. d. M. die israel. Schulen. Beim Eintreten wurde S. Erz. von einer Deputation empfangen und vom Religionslehrer begrüßt. Se. Erz. richtete einige Fragen an die Schüler und verließ vollkommen befriedigt die Anstalt. Herr Adler spendete 100 ff. österr. W. zur anständigen Umzäumung des jüdischen Friedhofes. Großwavdein, im Juli. Am 16. d. wurde Hr. Leop. Steiner mit Akklamation zum Vorsteher gewählt, und knüpfen sich an diese Wahl die schönsten Hoffnungen. 4, Siktös, 29. Juli. Der rühmlichst bekannte Dr. Schulhof wurde zum Bezirks-Kultus-Vorfleher gewählt. Der Schluß des vom Hrn. Komitatö-