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Ben Chananja · 1860-08-15 · 8 (15.8.1860) 2. Hälfte · p. Seite 417

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
8 (15.8.1860) 2. Hälfte
Date
1860-08-15
Page
Seite 417 (sequence 17)
Language
German
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aNSgöschlageü zü haben, ich sah mich dadurch inniger an N. gdknüpft, dem ich ja im Vorhinein schön eine bessere Stelle geopfert. Indessen hat sich , wie ich Dir geschrieben, der Horizont Meines Bestimmungsortes etwas umwölkt, die friedliche Stimmung war dort «mgeschlagen und ich empfand etwas Drückendes, etwas Gewitterartiges, daS sich über mich entladen sollte, so reiste ich Mit schwerem Herzen vom Hause ab. Die Mutter und der Onkel begleiteten mich bis nach N. In P. hielten wir Rasttag. Als wir Mittag mit mehreren Bekannten im Gasthause bei Tische saßen und mein neuer Wirkungskreis der Gegenstand unserer Unterhaltung war, trat ein Herr, der bei einem andern Tische saß, zu mir hin, begrüßte Mich und sagte: ״Wie ich sehe, kennen Sie mich Nicht mehr, ich bin aus T. und höre, daß Sie auf der Reise Nach N. begriffen sind; das hätte ich nimMer geglaubt, daß Sie N. vorziehen Werden, eine Gemeinde, die immerwährend nichts atS Zank und Hader hat. Es hängt aber von Ihnen ab, sich diese» Unannehmlichkeiten zu entziehen; doch, hier ist nicht der Ort darüber zu sprechen, wenn Sie erlauben, will ich Sie nach Tische in Ihrer Wohnung besuchen." Die Mutter wurde bei dieser Mittheilung sehr bestürzt und da ich fürchtete, er könnte in diesem Zuge so fortfahren, bezeichnete ich ihM unsere Wohnung, wo er uns in einer Stunde treffe» sollte, inzwischen wollte ich den Onkel und die Mutter mit dem Inhalte des Briefes, den ich von N. erhielt, bekannt Machen. Wir waren noch im Gespräch darüber begriffen, die Mutter tadelte Vas Geheimhalten des Briefes, während der Onkel mir Beifall zollte, da kam der Herr und eröffnete uns, daß er eigentlich in P. wäre, um mit Herren G. wegen des Rabbinates zu T. in Unterhandlung zu treten, die er aber gerne fallen lassen will, wenn ich N. aufgeben und nach T. gehen wollte, er drücke hiemit den Wunsch der ganzen Gemeinde aus und ich würde mich überzeugen, daß er nur in ihrem Sinne gehandelt Habe. Er bot alle seine Beredsamkeit auf, schilderte Mit grellen Farben die Zerwürfnisse in N. Natürlich konnte mich dies nicht für seinen Vorschlag bestimmen und ich erklärte ihm, dankend . zwarfür seine Freundlichkeit, daß ich diese Zumuthung, nach T. ^N//ähren, höchst lächerlich finde. Meine Antwort machte ihn Mas betrossen, er sah ein, daß ich seinen Antrag nicht attneh- - nikn kan». Ich übergehe den ganzen Gedankenaustausch, der da ünter uns dauerte, bis wir den andern Tag Abends in N. anlangten, wo wir Nachtlager hielten. Da wir in N. bis gegen Mittag verweilen wollte», so ging ich des Morgens zeitlich aus, um im Freien Meine Antrittspredigt zu memoriren. Ich schlug in der mir fremden Stadt den ersten besten Weg ein, der mich hinaus >«» cb«. m 11. itoo. 25

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