Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 8 (15.8.1860) 2. Hälfte
- Date
- 1860-08-15
- Page
- Seite 411 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 411 — Schulen unterrichtet werden, war diese Rücksicht überflüssig uud wird vorausgesetzt, daß die Eltern ihren Kindern dann den ReligionSuuterricht ertheilen lassen, wenn diese die Befähigung dazu haben. Das Alter der Mädchen in den vier Klassen, welche die Schule besuchen oder privatim unterrichtet werden, ist 8—16 I. Das! Lesen der Profeten rc. in der dritten Klasse hat sich als sehr n? sprießlich in der Schule und beim Privatunterrichte erwiesen. Die begeisterten Worte der Profeten begeistern die Schülerinen und folgen sie mit wahrer Spannung dem Unterrichte. Wie sehr übrigens die Eltern bereit sind ihre Kinder in die Religionsschule zu schicken und wie willig diese die Schule besuchen, geht, abgesehen von manigfachen Äußerungen der Eltern, aus folgender Thatsache hervor: Es bestanden früher, wie bemerkt, bloß zwei Mädchen- Klassen, die nur sehr schwach oder gar nicht besucht wurden, trotz dem die Mädchen gezwungen waren, Zeugnisse über Religion beizubringen, (die Mädchen machten zumeist die Prüfungen privatim). Jetzt, wo kein Zwang irgend welcher Art geübt wird und werden kann, wie dieses gewissermaßen bei den Knaben der Fall ist, befinden sich am Schluffe des Schuljahres, wo viele Schälerinen bereits auf dem Lande sind, 196 iu der Schule. Ohne unbescheiden zu sei» glaube ich, diese Zahl beweist. J) Wir glauben übrigens der Begründuttg enthoben zu sein, weshalb auch die Uebersetzung der wichtigsten Gebetstücke gelehrt wird, denn auch die Mädchen sollen das Gotteshaus und das was in demselben geschieht, kennen lernen. In meiner demnächst zu erscheinenden Geschichte der htes. Kultusgem. (1820—1860) habe ich Gelegenheit genommen diese Gegenstände ausführlicher zu erörtern. Nun noch einige Worte über die Form des Programmes. Dasselbe ist knapp gehakten und sollte es gewißermaßen bloß die Schlagworte geben. Ich bin nichtsdestoweniger zumeist von den Lehrern verstanden worden, wie ich mich wiederholentlich bei den Privatprüfungew zu überzeugen Gelegenheit hatte. Diejenigen Herreu, die mich nicht verstanden hatten, fragten mich und ich war zu ) H. Breuer hat es ebenfalls für nothwendig erachtet, in seiner Vorrede zur bibl. Geschichte den Stein gegen dieses Programm zu erheben. (Ob ein Lehrbuch für die Jugend ein schicklicher Platz für Polemik sei, bleibe dahingestellt. Soll die Jugend vielleicht für die ״streitende Kirche" erzogen werden?) Der Leser möge nach dieser Darstellung urtheilen, wer im Rechte ist- Dabei ist noch zu bemerken, daß in den Mädchen-Klaffen die nachbiblische Geschichte gelehrt wurde, als H. B. noch im Amte war, ohne daß er dagegen Bedenken äußerte. Allerdings glauben wir, daß H. B. so viel Theilnähme für die Schule besitzt, uni ״ernste Bedenken" an maßgebender Stelle geltend zu machen. Wir bedauern es herzlich uns darin getäuscht zu haben.